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Manch ein Beobachter staunt über die Kursentwicklung an den Börsen. So schnell, wie die Kurse gefallen sind, so schnell geht es jetzt wieder rauf. Auch die Sorgen der Marktteilnehmer scheinen verflogen zu sein. Dabei steht eine lange Rezession bevor, die EU-Staaten sind sich uneins. Die USA streitet mit China und die Konsumenten haben kein Geld. Steigende Börsenkurse sind deshalb mit Vorsicht zu genießen, denn der nächste Abverkauf kommt bestimmt.

Die Börsenlandschaft preist ein baldiges Krisenende ein. Die Kurse sind zwar noch nicht ganz an die alten Verlaufshochs herangekommen, die Richtung zeigt aber einen klaren Willen der Käufer. Dabei geht es den Investoren gar nicht so sehr um die Wirtschaft an sich, sondern allein um die stützendenden Maßnahmen der Zentralbanken. Denn wo viel Geld in den Markt fließt, da sind steigende Kurse nicht fern. So kennen es die Börsenanleger aus der Vergangenheit. Die Folge wären schnelle Kursgewinne und das weckt Begehrlichkeiten. Daher verwundert es nicht, dass sich manch ein Anleger trotz der enormen wirtschaftlichen und politischen Risiken zum Aktienkauf entscheidet. Die Gier gewinnt in der Regel.

DAX, Stundenchart, Stand 11.073 Punkte

In der Theorie mag die Börse keine Unsicherheit. Wäre diese Aussage heute noch gültig, dann müssten sich die Anleger vom Aktienmarkt fernhalten. Der Fortgang der Coronakirse ist weiterhin ungewiss, eine zweite Pandemiewelle möglich. Das Hochfahren der Wirtschaft gelingt nur zaghaft und auch dann sind die Dellen in der Konjunktur nicht wegzudenken. Wären die Zentralbanken nicht wieder einmal die Retter in der Not, viele Unternehmen hätte es in die Pleite getrieben.

Der DAX kann sich unter den genannten Hindernissen dennoch gut entwickeln und erreicht die Widerstandszone bei 11.260 Punkten. Diese wurde zwei Mal angegangen und beide Male wurde der Index zurückgedrängt. In der neuen Woche ist nun mit einer stärkeren Reaktion der Marktteilnehmer zu rechnen. Entweder es kommt zu einem dritten Anlauf und zu einem Ausbruch auf der Oberseite, oder aber die Verkäufer übernehmen das Ruder.

In dem obigen Chartbild ist das derzeit favorisierte Szenario abgebildet. Die Aktienkurse wollen Stärke simulieren, doch die derzeitigen Preise sind zu hoch. Unternehmen werden nicht sofort wie vor der Krise verdienen. Die Arbeitslosigkeit wird zunehmen, die Konsumenten werden sich zurückhalten und Staaten werden mit Schuldenbergen zu kämpfen haben. Das alles sind keine guten Aussichten. Anleger sollten sich unbedingt mit den Risiken der aktuellen Anlagephase auseinandersetzen.

Bleibt der DAX unterhalb der Widerstandslinie bei 11.260 Punkte hängen, dann ist in Kürze mit einem Anlaufen der entscheidenden Kursmarke bei 10.790 Punkten zu rechnen. Sie ist der Taktgeber für die weitere Richtung. Oberhalb dieser Marke können sich Anleger noch Hoffnung auf steigende Notierungen machen. Es kommt daher auf die Reaktion an der roten Linie bei 10.790 Punkten an.

Short Signal ID 2656

Rutscht der Index unter diese Unterstützungslinie, dann erkennen die Anleger schnell, dass sie einem Trugschluss aufgesessen sind. Schnell werden Aktien zur Verlustbegrenzung veräußert und Gewinne mitgenommen werden. Es kommt dann zu einer Verschärfung des Abverkaufs, der das nächste Kursziel bei 10.100 Punkten ansteuert (blaue Linie).

Anleger sehen gerade eine Aufwärtsreaktion an den Börsen, die viel stärker verläuft, als das der Marktzustand hergibt. Die politischen Konflikte in der Welt, die Rettungsbemühungen der Regierungen und die Geldknappheit bei vielen Unternehmen laden nicht zum Wertpapierkauf ein. Daher sollte die Nachfrage nach Aktien in Kürze gebremst werden.

Im Verlauf der Woche veröffentlichen wir laufend DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Europa streitet! Es geht um viel Geld (mehr erfahren)

 

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