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Die Anleger an den Börsen suchen Orientierungspunkte. Lange Zeit war dies der Handelsstreit zwischen den USA und China. Eine mögliche Einigung wurde positiv interpretiert. So war es auch mit der Zahl der Infizierten im Rahmen der Corona Pandemie. Nun wird gebannt auf den Ölpreis geschaut. Wenn dieser steigt, dann auch die Börsenkurse. Doch solch ein Verhalten verklärt den Blick für das Wesentliche.

Der Ölpreis sinkt, weil es zu viel gefördert und zu wenig nachgefragt wird. Dies ist eine einfache Erkenntnis im Rahmen der Preisfeststellung. Und dennoch sind Staaten in Aufruhr und Unternehmen in Sorge. Für viele Staaten ist es das einzige Exportgut, welches Devisen ins Land bringt und den Haushalt über Wasser hält. Für die USA ist die Sache komplizierter, da sie eine Fracking Industrie zutage gefördert haben, die bei günstigen Preisen (unter ca. 50 USD) nicht profitabel arbeitet. In der Regel sind diese Unternehmen hoch verschuldet und kommen mit einem nachgebenden Ölpreis schnell in Notlage. Deshalb erschließt sich, warum die Anleger gerade so einen Hype um den Ölpreis machen.

DAX, Stundenchart, Stand 10.394 Punkte

Während die Medien und die Anleger alleine auf die Preisentwicklung des schwarzen Goldes schauen, beeinflussen weitere Faktoren die Handlungen der Marktteilnehmer. Unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung, denn ohne Gewinne bei den Unternehmen ist das Potenzial von Aktien gering.

Heute meldet der Autobauer Daimler einen Gewinnrückgang um 80 %. Was zuerst nach einer Schreckensmeldung aussieht, hätte natürlich auch nüchterner formuliert werden können. Gewinne wurden ja immer noch erzielt, jedoch nicht so viele, wie im Zeitraum zuvor. Im Moment sind die Aussichten der Unternehmen so unsicher wie lange nicht mehr. Wer kann, der nimmt seine Prognosen zurück und hält sich bedeckt. Wie lange wird der Lockdown noch andauern und wird es eine zweite Infektionswelle geben? Zu viele Unsicherheiten bestimmen das aktuelle Geschehen, was auch Auswirkungen auf die Börsenkurse hat.

Der DAX kämpft weiterhin mit dem Preisbereich bei 10.400 Punkten. Am gestrigen Tag sah es mehrmals danach aus, als würde der Index an dieser Stelle abprallen und dann seine Hauptrichtung nach Süden aufnehmen, doch es kam anders. Überraschenderweise ließen die Käufer nicht locker und versuchten den Index über diese Widerstandslinie zu schieben. Nach einem positiven Handelsverlauf an den US-Börsen begann der DAX den heutigen Tag mit einer Kurslücke nach oben. Dieses Niveau hatte jedoch kaum Bestand, denn sofort setzten Verkäufe ein, die den Index in einem Rutsch um 130 Punkte sinken ließen. Jetzt ist der DAX wieder auf demselben Niveau, wo er auch gestern war.

Short Signal ID 2621

In dem ganzen Durcheinander der Meldungen, zwischen Lockdown, Aussagen der Politik, Ölpreis, Chancen und Risiken am Aktienmarkt, sollten Anleger die Orientierung bewahren. Der DAX klemmt weiter unter 10.400 Punkten fest. Es ist eine Frage der Zeit, wann die Käufer den Mut verlieren und ihre Aktien wieder abstoßen werden. Nur ein Sprung über 10.4015 Punkte würde sinkende Kurse unwahrscheinlich machen. Mit dem Kursverlauf am heutigen Vormittag zeigt sich bisher eine abwartende Haltung der Marktteilnehmer.

Vermutlich hoffen die Anleger auf eine positive Kursentwicklung in den USA, die dann auch die Aktienkurse in Deutschland mitziehen soll. Diese Erwartungshaltung wird sich in wenigen Stunden beweisen müssen. Steigt der DAX über 10.415 Punkte, dann kann er auch bis 10.540 Punkte (lila Line) klettern. Bleibt der Index unter dieser grünen Linie, dann fällt er über kurz oder lang in den Preisbereich bei 10.100 Punkten zurück.

Im weiteren Verlauf der Woche veröffentlichen wir laufend DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Die Deflation kommt! Sie ist der Bruder der Inflation und gefährlich (mehr erfahren)

 

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