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Welch ein Desaster an den Börsen. Der DAX verliert auch heute wieder deutlich, nämlich heftige 10 %. Anleger flüchten aus dem Markt. Auffallend ist dabei der Schreck, weil sie sich dem Crash ausgeliefert fühlen. Mit jeder Stunde fällt der Index tiefer, die Verluste werden größer und die Angst nimmt zu. Die Medien und die Marktteilnehmer sprechen vornehmlich von der Coronakrise. Tatsächlich handelt es sich um eine Vertrauenskrise größten Ausmaßes.

Ein Platzen einer Aktienblase ist das Normalste der Welt. Jeder Beteiligte an der Börse weiß, dass sich Aktienkurse mit heißer Luft auffüllen. Im Vorfeld werden die Kurse mit leeren Versprechen nach oben getrieben. Immer größer wird die Blase aufgeblasen. Warnende Worte werden in den Wind geschlagen und Risiken ausgeblendet. So läuft es immer wieder an der Börse ab. Man darf nun nicht der Letzte sein, der Wertpapiere kauft. Man darf nicht dabei sein, wenn die Blase platzt und dann ist die Welt in Ordnung.

DAX, Wochenchart, Stand 9.494 Punkte

Kaum zu glauben, dass noch Mitte Februar der DAX bei 13.800 Punkten notierte. Mit Jubelmeldungen in den Medien wurden die angebliche Kraft und die Stärke des Leitindex herausgestellt. Man müsse an der Börse investiert sein, so die Dauerbeschallung, wen man nicht zu den Doofen gehören wolle. Und mit einer Inbrunst der Überzeugung wurde dann der Blick auf den Kursverlauf der letzten Jahre gerichtet. Genau 10 Jahre hat der DAX gebraucht, um 10.000 Punkte hinzuzugewinnen. In nur drei Wochen hat er 4.000 Punkte verloren. Boom!

Auch wenn das Coronavirus Themen bestimmend ist, eine noch größere Bedeutung bekommt ein anderer Aspekt. All die vielen Anleger merken gerade, dass sie keinesfalls von den Zentralbanken gerettet werden (heute EZB-Beschlüsse), wenn es an den Börsen eng wird. Das Vertrauen ist dahin. Unternehmen erkennen, dass sie doch nicht so weitermachen können wie bisher, nämlich immer auf Kredit aufbauend. Jetzt wo sich das Virus ausbreitet, fallen die Einnahmen weg und es gibt kein Geld, um die offenen Schulden zu bezahlen. Ernüchterung macht sich breit. Vertrauen verspielt auch die Politik, die tatsächlich in 11 Jahren nach der Finanzkrise der Spekulation an den Finanzmärkten keinen Einhalt bieten konnte. Die Schuldenkrise in der EU ist wieder da, die Flüchtlingskrise auch und eine Bankenkrise steht vor der Tür, wenn jetzt all die Kredite ausfallen, die die Unternehmen (Kreditnehmer) nicht zurückzahlen können.

Short Signal ID 2578

Der Verkaufsdruck im Markt bleibt weiter hoch, weil sich der Glaube an die heile Welt an den Börsen gerade in Luft auflöst. Zudem müssen Anleger, die zuvor auf Kredit spekuliert haben, jetzt handeln und ihre Wertpapiere verkaufen. Im Normallfall müssen sie bei abfallendem Depotvolumen Geld nachschießen, da ihre Sicherheiten (Wertpapiere) nicht mehr den Kredit decken. Da diese Anlegergruppe meist kein Geld hat, müssen sie entweder selbst Aktien verkaufen oder die Bank verkauft diese Papiere zwangsweise. Der Verkaufsdruck nimmt zu. Die Börse zeigt ihr wahres Gesicht im Crash. Hoffentlich lernen die Marktteilnehmer aus den Fehlern der Vergangenheit.

Der DAX hat eine wichtige Aufwärtstrendlinie bei 9.700 Punkten unterschritten. Da es sich um den Wochenchart handelt, wird sich zeigen müssen, ob diese im morgigen Handel wieder zurückerobert werden kann. Sollte dieses Vorhaben gelingen, dann kann sich eine Gegenbewegung durchsetzen. Bleibt der Index unterhalb von 9.700 Punkten, dann lautet das nächste Ziel 9.000 Punkte.

Im weiteren Verlauf der Woche veröffentlichen wir laufend DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Die Deflation kommt! Sie ist die Schwester der Inflation (mehr erfahren)

 

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