Service

Die Anleger sind schwer gebeutelt. Die Börsenkurse fallen tief und verfärben manch ein Depot in rote Farbe. So hatten sich die Anleger ihr Aktieninvestment nicht vorgestellt. Immer schlechter werden jetzt die Nachrichten, immer volatiler die DAX-Bewegungen. Mehr Anleger geraten in Sorge, verkaufen ihre Anteile und lassen damit den Kurssturz heftiger ausfallen. Jetzt greifen die Marktteilnehmer nach dem letzten Strohhalm. Wer kann sie jetzt retten?

Die US-Notenbank FED ließ sich nicht lange bitten. Die Investoren an der Wall Street und US-Präsident Trump drängten die Währungshüter zum Handeln. Sinkende Kurse seien schlecht für die US-Wirtschaft und überhaupt, die FED müsste ein Zeichen setzen und gegensteuern. Um 16 Uhr wurde eine große Leitzinssenkung um 50 Basispunkte auf das Niveau von 1,0 – 1,25 Prozent verkündet. Die Aktienkurse diesseits und jenseits des Atlantiks machten sofort einen großen Sprung. Doch wie nachhaltig ist solch ein Schritt?

DAX, Stundenchart, Stand 12.271 Punkte

Dass die Markteilnehmer Hilfe bei den Notenbanken suchen, verwundert nicht. Das ist ihnen antrainiert worden, wenn man sich die letzten 10 Börsenjahre ansieht. Immer ging es nur darum, wann die Zinsen gesenkt werden und wie tief. Tiefere Zinsen halfen den Unternehmen sich über Wasser zu halten und führten zu mehr Verschuldung. Private und Unternehmen haben sich gerne verschuldet. Die Privaten für den Immobilienkauf und für den Konsum. Die Unternehmen um Aktien vom Markt aufzukaufen. Der Nebeneffekt ist hier selbstredend positiv für die Investoren gewesen. Nachfrage nach Aktien in Milliardenhöhe führt zu steigenden Kursen an der Börse. Zugleich verteilt sich der Unternehmensgewinn auf weniger Aktien, wenn diese zuvor vom Markt genommen wurden. Das wiederum lässt Ergebnisziele leicht übertreffen, was die Ergebnisse in einem positiven Licht erscheinen lässt, was wiederum neues Anlegerinteresse zur Folge hat. So stiegen die Aktienkurse Jahr für Jahr.

Die US-Notenbank FED lässt sich nicht nehmen zu betonen, dass man die Entwicklung rund um die Ausbreitung des Coronavirus genau beobachte. Man werde alle verfügbaren Mittel nutzen, um die Wirtschaft zu stützen. Weitere Stimulationsmaßnahmen wären möglich. Solche Worte sind natürlich Balsam für die Ohren der Anleger. Daher reagieren die Aktienkurse zunächst positiv. Diese erste Reaktion wird gerade wieder abverkauft. Der Grund: billiges Geld hilft hier überhaupt nicht. Wie soll ein Unternehmen weiter produzieren, wenn die Bauteile aus Asien nicht verschifft werden? An einer Ergebnissenkung, und damit schwachen Unternehmenszahlen, führt nichts vorbei. Auch eine Ausbreitung des Virus in den USA wird eine Leitzinssenkung nicht verhindern können. Manche Marktteilnehmer handeln schnell und verkaufen in die steigenden Kurse hinein ihre Aktien. Die Kurse fallen wieder.

Short Signal ID 2567

Der DAX zeigte sich am Vormittag noch volatil. Am Nachmittag folgte dann der starke Anstieg mit der US-Leitzinsenkung. Doch wie der Blick auf das obige Chartbild zeigt, muss es dem Index erst gelingen, die untere blaue Trendlinie zu überwinden. Diese verläuft im Bereich bei ca. 12.250 Punkten (gelbe Linie). Sofern ein Überschreiten gelingen würde, hätte der Index Platz bis 12.600 Punkte zu klettern. Prallt der Index an dieser Line ab, war der kurze Spurt umsonst. Wieder übernehmen dann die Verkäufer, wieder kommt der Index unter Druck, wieder geht es abwärts.

Im aktuellen Marktumfeld ist die Erkenntnis wichtig, dass die Unternehmen durch das Coronavirus auf jeden Fall in Mitleidenschaft gezogen werden. Ob nun billiges Geld der Zentralbanken die Geldsorgen mancher Firmen etwas verringert oder nicht. Es ändert nichts daran, dass Kunden kaum kaufen. Wer an der Börse diesen Wandel erkennt, der versteht auch, warum jetzt steigende Kurse zum Verkauf der Aktien genutzt werden.

Wer kann, der verlässt den Markt, bevor es noch schlimmer kommt. Es gibt im Moment keine Rettung aus der misslichen Lage. Wir können immer wieder erinnern, dass hier eine Aktienblase platzt. Es geht nicht um ein Ereignis, das die Wirtschaft vorübergehend in Mitleidenschaft zieht. Es geht darum, dass hier Börsenkurse seit vielen Jahren viel zu hoch getrieben wurden. Jedes Fundament hat gefehlt. Es ist daher naheliegend, dass nun die Kurse tief fallen. Die Auswertung des Chartbildes lässt weiterhin ein Abtauchen des DAX bis in den Bereich bei 11.280 Punkten annehmen. Unabhängig davon, ob der Index den Weg über das mögliche Korrekturziel bei 12.600 Punkten geht oder nicht.

Wir verfolgen die weitere Entwicklung des DAX und melden uns mit aktuellen Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Eine Leitzinssenkung ist keine Lösung, sondern Teil des Problems (mehr erfahren).

 

Share This