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Solange Geld kein Problem ist, solange werden Staaten, Banken und auch Börsen nicht unter Druck kommen. Wenn die Not groß ist, dann wird die Druckerpresse angeworfen oder es wird Geld aus dem Computer gezaubert. Wo Geld ist, da ist Nachfrage und wo Nachfrage ist, da sinken die Kurse nicht. So geschehen heute in China, wo man mit stützenden Maßnahmen einen Crash verhindert hat.

Mit Spannung wurde der erste Börsentag an den chinesischen Börsen erwartet. Der Shanghai Composite verlor „nur“ 7,8 Prozent. Das ist noch im Rahmen, so die allgemeine Interpretation der Marktteilnehmer. Nicht wenige hatten mit einem handfesten Crash gerechnet. Alle Blicke wurden nach Asien gerichtet, da besonders China durch das Coronavirus betroffen ist. Die dortige Wirtschaft wird zweifellos am stärksten in Mitleidenschaft gezogen werden. Wohl wissend, dass die Zukunft für die Unternehmen schlecht aussieht, sind die Kurse trotzdem nur moderat gefallen. Was war geschehen?

DAX, Stundenchart, Stand 13.011 Punkte

Man nimmt häufig an, so wie das in früheren Zeiten der Fall war, dass sich an der Börse die Parteien fair gegenüberstehen. Hier die Käufer, da die Verkäufer. Hier die herkömmlichen Fonds, die auf steigende Kurse setzen, dort die Hedgefonds, die von sinkenden Notierungen profitieren. Was zunächst nach einem fairen Kräftemessen aussieht, ist in der Realität ganz anders.

Denn das Wohl der Finanz- und der realen Wirtschaft steht an oberster Stelle. Wir hier in Europa kennen das, als in Folge der Finanzkrise im Jahre 2008 (mehr erfahren) Banken gewankt haben. Mit unvorstellbaren Summen wurden die Finanzinstitute gerettet. Immer mit dem Wink, man handele mit guten Absichten.

Auch die Chinesen hatten heute nur Gutes im Sinn. Sie wollte einen Crash am Aktienmarkt verhindern. 156.000.000.000 Euro wurde den Finanzinstituten im Rahmen von Repro Geschäften zur Verfügung gestellt. Leerverkäufe wurden eingeschränkt, damit die Leiher von Wertpapieren nicht auf fallende Kurse wetten können und den Verkaufsdruck erhöhen. Staatliche Fonds wurden angehalten, massiv zu intervenieren und Nachfrage zu erzeugen. Das Ziel war, eine Stabilisierung des Marktes zu erzielen, was auch gelungen ist.

Die US-Futures notieren im Plus, der DAX über der 13.000 Punkte Marke. Für den Moment sind die Marktteilnehmer erleichtert, da Schlimmeres verhindert wurde. Hier zeigt sich wieder einmal, dass an der Börse nicht mit gleichen Waffen gekämpft wird. Steigen die Kurse stark, dann werden diese gefeiert. Drohen die Kurse stark zu fallen, wird interveniert. Man beschreibt diesen Vorgang als Stützung.

Short Signal 2540

Auffallend ist, dass sich die Käufer zurückhalten. Der DAX kommt schon den ganzen Vormittag nicht vom Fleck. Dies ist verständlich, denn weder ist das Risiko der Ausbreitung des Coronavirus gemindert, noch sind die wirtschaftlichen Auswirkungen abschätzbar. Es sollte nicht verwundern, wenn die chinesischen Aktienkurse trotz offensichtlicher Hilfen, nicht so schnell auf die Beine kommen werden.

Im kurzfristigen Stundenchart ist die Lage für den DAX weiter mit Vorsicht zu genießen. Solange der Preisbereich bei 12.950 Punkten verteidigt werden kann, sind aufwärtsgerichtete Gegenbewegungen möglich. Korrekturbewegungen haben Platz bis in den Bereich bei 13.130 Punkten (rote Linie). Unterhalb von 12.950 Punkten ist von einer Fortsetzung des Abverkaufs auszugehen. Erneut würde dann die Flucht aus den Aktien beginnen und den Index bis in den Preisbereich bei 12.500 Punkten sinken lassen.

Wir verfolgen die weitere Entwicklung an den Börsen und melden uns mit aktuellen Einschätzungen. Lasen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Die Finanzkrise war nie überwunden, weil Geld nicht die Lösung ist (mehr erfahren)

 

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