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Es scheint, als wolle der DAX unbedingt noch ein neues Allzeithoch markieren. So nahe ist der Index dran und nun sollen, wie in den USA, auch in Frankfurt die Partykorken knallen. Krampfhaft schleppt sich der Index erneut in Schlagdistanz zu der Rekordmarke bei 13.600 Punkten. Und obwohl sich die Anleger diesen Erfolg so sehr wünschen, was passiert dann? Wie reagieren die Marktteilnehmer, wenn das Ziel erreicht wird?

Die abgelaufene Woche zeigte wieder einmal, die viel Kraft es den Aktienmarkt kostet, sich nach Norden zu kämpfen. Auch wenn zum Ende der Woche ein Kursplus ausgewiesen wurde, unter der Woche gab es über Stunden nur kleinere Bewegungen. Nur mit punktuellen Reaktionen auf Unternehmensnachrichten oder Konjunkturdaten gab es den einen oder anderen Schub. Aber sonst? Überzeugte Käufer sind fehl am Platz. Alle warten auf die anderen, dass diese handeln und eine Richtung vorgeben. Somit bleibt es bei einer abwartenden Vorsicht.

DAX, Tageschart, Stand 13.526 Punkte

Betrachtet man das obige Chartbild, dann ist der Anstieg des Index im Jahre 2019 beeindruckend. Mit immer mehr Geld der Zentralbanken, mit niedrigen Zinsen und der Sicherheit der eigenen Unfehlbarkeit wurde an den Börsen spekuliert. Je höher die Kurse stiegen, umso überzeugender waren die Argumente der Investoren. Kursgewinne lockten neue Käufer an die Börsen, die auch an dem Kuchen mitverdienen wollten. Jetzt hat man bei all der Nachfrage wieder ein großes Ziel vor Augen, nämlich das Allzeithoch.

Gleich zu Beginn der Woche wird sich zeigen müssen, wie es um die mentale Verfassung der Käufer steht. Ohne die US-Börsen, die am Montag feiertagsbedingt geschlossen haben, müssen die deutschen Akteure den DAX alleine nach Norden treiben. Die spannende Frage jedoch lautet, wie die Reaktion auf solch einen finalen Spurt sein wird. Wenn der Weg das Ziel ist, dann wäre sofort in dem Moment bei Erreichen der 13.600 Marke die Aufgabe der Anleger erledigt.

Während es tatsächlich möglich ist, dass ein Ausbruch trendfolgend neue Käufer anziehen kann, weil dann die Medien lauter für die Börsen trommeln, sollte die Alternative nicht aus den Augen verloren werden. Der Aktienmarkt befindet sich an seinen Grenzen. Allein die Gier der Handelnden treibt die Kurse. In solch einer Situation ist es jederzeit möglich, dass eine größere Marktgruppe mit dem Ausstieg aus dem Markt beginnt. Wenn es gefühlt am schönsten und die Musik am lautesten ist, dann ist es Zeit eine Party zu verlassen. In früheren Phasen, in denen die Kurse äußerst spekulativ angestiegen sind, wurde das Ende einer steilen Anstiegsbewegung an Höchstmarken eingeläutet. Dann nämlich, als die Anleger feierten und das eigene Handeln als unfehlbar betrachteten.

Short Signal ID 2505

Sobald der DAX, nach dem Allzeithoch, dann den Rückwärtsgang einlegt und unter 13.600 Punkten notiert, weil ihn die Wertpapierverkäufe der großen Marktteilnehmer nach Süden drücken, könnten Zweifel über die Stärke des Index aufkommen. Zweifel sind schlecht für die Stimmung an den Börsen. Anleger würden zu der Schlussfolgerung kommen, dass der Index an der Widerstandslinie bei 13.600 Punkten abprallt (gelbe Kreise), und würden zusehen, ebenfalls Gewinne mitzunehmen. Das Gerücht einer Doppeltop-Formation würde die Runde machen, was wiederum die Unsicherheit der Investoren beeinträchtigen würde.

Obwohl die kommende Woche ganz im Fokus eines möglichen Allzeithochs stehen dürfte, sind die Rückschlagsrisiken enorm. So toll, wie sich die Anleger gerade geben, sind die Aussichten an den Börsen keinesfalls. Es sollte daher nicht wundern, wenn der Index kurz vor oder kurz nach dem Markieren eines Allzeithochs sofort kehrt macht und sich in Richtung 13.300 Punkte (türkise Linie) bewegt.

Wir verfolgen die weitere Entwicklung und melden uns mit aktuellen Analysen zum DAX. Lassen Sie sich informieren und nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Die Finanzkrise war nie überwunden, weil Geld nicht die Lösung ist (mehr erfahren)

 

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