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Der DAX kommt seit Tagen nicht vom Fleck. Da helfen auch die besten Stimmungsindikatoren nicht, nämlich das die Anleger besonders sorglos Aktien kaufen würden. An der Börse sind die Kurse schon weit gestiegen. Zudem sind den Anlegern die Kurstreiber, wie der Handelsstreit und der Brexit abhandengekommen. Was übrig bleibt, sind nur noch schlechte Nachrichten. Interessant ist daher, wann den Marktteilnehmern dies bewusst wird.

Gestern titelten die Medien „Deutschland mit schwächstem Wirtschaftswachstum seit sechs Jahren“. Es läuft mit der Konjunktur nicht mehr rund. Das liegt auch daran, dass sich viele Nationen um ihre eigenen Probleme und ihre Positionierung für die Zukunft kümmern. Die Zeit des globalen Handels, auf Kosten von Mensch und Umwelt (mehr dazu) geht dem Ende zu. Naheliegenderweise schwächt sich dann die wirtschaftliche Tätigkeit ab. Auffällig ist, dass die Aktienkurse noch in Richtung Allzeithoch drängen, obwohl die Unternehmen die Hoffnungen der Anleger nicht erfüllen werden.

DAX, Stundenchart, Stand 13.327 Punkte

Ebenfalls gestern Abend enttäuschte der Alcoa-Konzern die Anleger, als das Unternehmen schwächere Quartalszahlen präsentieren musste. Der Verlust ist höher als erwartet und der Umsatz geringer als gewünscht. Schlecht! Jetzt könnte angebracht erden, dass die US-Börsen besonders stark durch Technologietitel geprägt sind. Apple, Alphabet, Tesla und Co, sie alle notieren auf Allzeithochs. Auch hier ist die Ruhe der Anleger trügerisch. Die meisten haben sich an das tägliche Kursplus in den USA gewöhnt. Sie wollen und hoffen, dass es immer so weitergehen wird. Tatsächlich jedoch ist eine Überhitzung für alle Marktteilnehmer klar ersichtlich. Doch niemand möchte der Erste sein, der die rauschende Party verlässt. Also bleiben viele dran, obwohl das Rückschlagspotenzial zugenommen hat. Am Beispiel von Tesla kann das verfolgt werden, siehe Beitrag „Tesla: Die Panik geht zu Ende“, wie schnell der Kursrückgang verlaufen kann.

Der DAX wehrt sich noch gegen sinkende Notierungen. Das kann daran liegen, dass am Freitag wieder ein Verfallstag ist, an dem Termingeschäfte und Optionen auslaufen. In der Regel drücken die handelnden Parteien die Kurse dorthin, wo ein sinnvolles Abrechnungsniveau ist. Doch für den deutschen Aktienmarkt ist die Luft auf der Oberseite trotzdem dünn. Die dominierenden Themen des letzten Jahres, wie der Handelsstreit zwischen den USA und China oder der Brexit sind nicht mehr aktuell, zumindest nicht mehr als treibende Kraft. Beim Handelskonflikt ist die Unterschrift geleistet und beim Brexit ist die Entscheidung für den Austritt beschlossen. Schon bald werden neue Probleme deutlich werden, dann nämlich, wenn der US-Präsident Trump sich mit Europa anlegt.

Short Signal ID 2523

Der DAX versucht heute Vormittag die obere Begrenzungslinie bei 13.500 Punkten zu überwinden. An dieser Stelle stehen ihm die grüne Linie sowie ein fallender Trendkanal im Weg. Solange dieses Hindernis beibehalten wird, sollte der Index schon bald wieder unter Verkaufsdruck geraten. Innerhalb des fallenden Trendkanals ist zunächst der Preisbereich bei 13.380 Punkten anzusteuern und später auch die Marke bei 13.300 Punkte.

Anleger sollten die Ruhe am Aktienmarkt mit Vorsicht genießen. Es hat sich einiges an heißer Luft aufgestaut, die abgebaut werden will. Auch wenn der morgendliche Anstieg Kraft andeuten soll, zu mehr sollte es nicht reichen. Wir verfolgen die weitere Entwicklung und melden uns mit Updates. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Die Finanzkrise war nie überwunden, weil Geld nicht die Lösung ist (mehr erfahren)

 

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