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Häufig ist das Handeln der Marktteilnehmer an den Börsen undurchsichtig. Was gestern gut war, ist heute schon wieder schlecht. Was in der Vergangenheit zu Kurssprüngen geführt hat, ist heute ein Grund für einen Abverkauf. Entscheidend ist dabei, dass die Anleger einen Vorwand bzw. eine Erklärung zur Hand haben, warum sie etwas tun. Mit der Kriegseskalation im Nahen Osten haben die Anleger nun ihre Rechtfertigung, Aktien zu verkaufen.

Das Börsenjahr 2019 war ein unnatürliches Jahr. Eines, das aus der Reihe fiel. Unter unzureichender Begründung, ohne Fundament und meist mit unverständlichen Kursanstiegen gelang es, eine heile Börsenwelt zu erschaffen, die es unter normalen Umständen nicht geben dürfte. Schwächelnde Konjunktur in der Welt, aufkommende politische Konflikte, zunehmender Protektionismus und viele leere Versprechungen im Bezug auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, laden nicht zum Aktienkauf ein. Doch die großen Börsen konnten im Jahresverlauf dennoch zulegen. Das Jahr 2019 fällt daher aus dem Rahmen. Spannend wird nun das Jahr 2020 werden, welches die Kursstände wieder normalisieren sollte.

DAX, Tageschart, Stand 13.219 Punkte

Während der erste Handelstag des neuen Jahres noch mit Euphorie begann, war die Stimmung am Freitag schon wieder dahin. Warum? Die USA haben mit ihrer kriegerischen Handlung gegen den Iran wieder einmal den Nahen Osten destabilisiert. Sofort sinken die Aktienkurse in den Keller, da die Investoren hier Unsicherheit und Nachteile für die eigenen Wertpapiere vermuten.

Der DAX kann trotz immenser Bemühungen den Preisbereich bei 13.300 Punkten (türkise Linie) nicht überwinden. Auch wenn zum Jahresende ein wilder Spurt genau dies erreichen wollte, siehe große Tageskerze, gelang dieses Vorhaben nicht. Schon seit zwei Monaten ist dieser Widerstandsbereich zu stark und nun für immer mehr Marktteilnehmer eine unüberwindbare Hürde. Dieser Fakt wird Folgen haben.

Mit dem eskalierenden Konflikt im Nahen Osten haben die Investoren nun endlich ihren Grund, ihre Wertpapiere abzustoßen. Obwohl an der Börse kein direkter Zusammenhang zwischen Nachrichten und Kursbewegungen besteht, suchen und finden die Anleger eine Argumentation, die ihre Handlung rechtfertigt. Ähnlich verhielt es sich im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Obwohl keine Ergebnisse vermeldet wurden, wollten die Anleger Wertpapiere kaufen, was sie dann auch getan haben.

Short Signal ID 2512

Jetzt dreht die Stimmung. Nun wollen die Anleger ihre Profite sichern und damit ihr Geld in trockene Tücher bringen. Angeblich würde die aufkommende Unsicherheit in der Weltpolitik die Laune der Anleger verderben. Tatsächlich jedoch war das Jahr 2019 ein gutes Börsenjahr und wer klug ist, der sieht zu, dass er seine Gewinne realisiert, bevor sie ihm dahinschmelzen.

Solange der Index unter 13.300 Punkten verbleibt, zeigen die Trendpfeile auf allen Zeitebenen (hier ansehen) nach Süden. Der DAX sollte zu Beginn der neuen Woche sofort unter Druck geraten und den Preisbereich bei 13.130 Punkten ansteuern (lila Line). Im Erstkontakt hat diese zwar halten können, dies war aber nur der antrainierten Reaktion der Anleger zuzuordnen, die sinkende Kurse als eine Kaufgelegenheit interpretierten. Doch der Abwärtsdruck ist hoch, sodass diese Unterstützungslinie schon bald zur Disposition stehen wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit fällt der Index unter diese genannte Zone und steuert die steigende Trendlinie in der Bildmitte (blau) bei 13.300 Punkten an. Diese ist wichtig für die mittelfristige Beurteilung der Marktlage. Sollte diese Trendlinie durchbrochen werden, dann verfestigt sich die laufende Abwärtsbewegung und der DAX fällt bis 12.820 Punkte zurück.

Eine kritische Phase mit Volumen und Volatilität hat ihren Anfang genommen. Anleger sollten die neuen Rahmenbedingungen aufnehmen und entsprechend reagieren. Während auf der Oberseite die Luft extrem dünn ist, ist die Fallhöhe nach Süden hoch.

Wir beobachten die weitere Entwicklung und melden uns mit aktuellen Einschätzungen. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Die Finanzkrise war nie überwunden, weil Geld nicht die Lösung ist (mehr erfahren)

 

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