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Die Wirecard-Aktie ist in das Visier der Shortseller geraten. Das sind harte Investoren, die auf eine Aktie einprügeln wollen, um dadurch den Kurs zu drücken. Je tiefer umso besser ist ihr Motto. Während die Hedgefonds ihre Positionen ausbauen, halten sich die Käufer auffällig zurück. Solch eine Kombination ist an der Börse besonders kritisch. Mit jedem Tag, an dem der Aktienkurs in der Nähe der 100-Euro-Marke verbleibt, droht ein neuer Absturz.

Anleger konzentrieren sich in der Regel auf die letzten Tage und Wochen. Das größere Bild wird meist ausgeblendet. Das ist in etwa so, wie ein Vorgesetzter einen Mitarbeiter am Jahresende beurteilt. Die Arbeit und die Projekte der letzten Monate sind stärker im Fokus, als die Leistung zu Beginn des Jahres. Im Falle der Wirecard Aktie wird der Kursverlauf Mitte dieses Jahres nicht mehr gesehen. Damals kostet eine Aktie um die 150 Euro. Jetzt ist der Preis um satte 45 Euro gesunken und das mahnt zur Vorsicht.

Wirecard, Stundenchart, Stand 104,75 Euro

Anstatt weiter die Daumen zu drücken, anstatt auf eine baldige Aufklärung der Vorwürfe gegen das Unternehmen zu hoffen, sollten Anleger realisieren, dass hier eine Aktie verkauft wird. Die Mehrheit will sich von diesem Wert trennen. Gegen die Masse hat der Anleger keine Chance, es sei denn, er sehe langfristiges Potenzial und möchte Schwächephasen aussitzen. Bei Wirecard haben die Anleger in der Regel kurzfristige Ziele.

Kurzfristig ist auch der Blick auf das aktuelle Chartbild, denn im Stundenchart ist gut zu erkennen, warum der Aktienkurs so sehr unter Druck gerät. Der hellblaue Bereich hat lange Zeit als Stabilisierungszone fungiert. Viele Anleger haben hier auf ein Ende des Abverkaufs gehofft. Der Ausbruch auf der Unterseite verschiebt nun die Marktkräfte. Die Verkäufer bekommen deutlich die Oberhand. Sie werden von den Leerverkäufern unterstützt, die sich die Schwäche im Chartbild zunutze machen wollen. Kommt der Aktienkurs unter Druck, dann werden vermehrt Stopp-Loss-Aufträge ausgelöst, die wiederum das Angebot an Wirecard Aktien erhöhen, bei gleichzeitig geringer Nachfrage.

Jetzt kann es ganz heftig werden, denn wenn die Marke bei 100 Euro fällt, dann werden viel mehr Anleger das sinkende Boot verlassen wollen. Shortseller werden ihre einmalige Chance erkennen und auf einen schwachen Wert einprügeln. Sehr wahrscheinlich werden dann Shortpositionen ausgebaut werden, was den Druck auf die Aktie erhöhen wird. Das wiederum lässt den Aktienkurs einbrechen und die Anleger flüchten. Heftig!

Im Moment läuft eine leichte Gegenbewegung. Solange der Aktienkurs nicht wieder über 110 Euro ansteigen kann, lautet der Trendpfeil weiter abwärts.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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