Buchtipp

Anleger sind nervös, das Unternehmen Wirecard ist nervös, vielleicht ist auch die Financial Times nervös. Warum kommt ein DAX-Wert in solche Schwierigkeiten, für einen Vorwurf an dem nichts dran ist? Das ist die spannende Frage dieser Tage. Der Aktienkurs jedoch schlingert wild hin und her und zeigt, wie unsicher die Marktteilnehmer sind. Die Probleme können an mehreren Dingen festgemacht werden.

Zunächst einmal stimmt etwas an der Aktionärsstruktur nicht. Gefühlt sind nur noch Spekulanten bei diesem Wert dabei. Echte Investoren, mit viel Kapital und langem Fokus scheinen sich zurückgezogen zu haben. Das ist ein Problem. Dieselben Vorwürfe, nämlich eine fehlerhafte Bilanzierung, würde bei anderen DAX-Werten wie z. B. Telekom, Siemens oder SAP nicht zu solchen wilden Kurskapriolen führen. Diejenigen, die jetzt bei Wirecard investiert sind, geraten sofort in Unsicherheit, sobald Gerüchte in Umlauf sind. Solch eine Anlegerstruktur ist wenig hilfreich, um Ruhe in den Kursverlauf zu bekommen.

Wirecard, Tageschart, Stand 117,05 Euro

Aus dem Schwimmkurs kennt man, dass der Nichtschwimmer umsomehr sinkt, je wilder er mit den Armen rudert. Auf die Börse angepasst muss man fragen, wenn die Bilanzen bei Wirecard makellos sind, und davon ist zunächst auszugehen, warum muss man dann noch ein neues Unternehmen beauftragen, welches dieselben Zahlen noch einmal attestiert. Es wird umso wilder reagiert, je stärker die Vorwürfe werden. Was hier als beruhigende Maßnahme für die Anleger gilt, könnte eine gegenteilige Wirkung entfalten. Da bahnt sich ein Problem an.

Dadurch das die Anleger eher auf kurzfristige Kursgewinne aus sind, sind sie auch die Ersten, die sofort auf den Verkaufsknopf drücken, wenn irgendwo Rauch aufsteigt. Durch die Schwäche in der Aktionärsstruktur, vornehmlich Spekulanten sind dabei, eignet sich dieser Wert daher auch als interessantes Ziel für Hedgefonds, die sich dann gerade auf schwache Werte einschießen, um sie in die Knie zu zwingen. Ein weiteres Problem.

Die Wirecard Aktie balanciert auf dem Drahtseil. Um zu steigen, fehlen die Käufer, die ein nachhaltiges Kursplus initiieren können. Mit jedem Tag des Abwartens werden die spekulativen Anleger nervös werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Abverkauf für Unruhe sorgen wird. Besonders Notierungen unterhalb von 120 Euro sprechen für Schwäche und Kurse unter 111 Euro bestätigen eine laufende Abwärtsbewegung. Das nächste Kursziel lautet 91 Euro.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Ihr Erfolg an der Börse (ansehen)

 

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