Signalservice

Der Aktienmarkt kann seit Wochen kräftig ansteigen und das hebt die Stimmung. Anleger haben schon vergessen, dass sie noch vor wenigen Monaten ihre Aktien gar nicht schnell genug verkaufen wollten. Es ist an der Börse tatsächlich so, dass die Stimmung allein an den Kursen festgemacht wird. Steigende Kurse lassen die Börsenwelt in einem positiven Licht erscheinen. Schnell geraten Anleger dann in den Bann eines Scheins, der ihnen eine heile Börsenwelt suggeriert.

Es passt einfach nicht. Je schlechter das Börsenumfeld wird, umso stärker scheinen die Aktienkurse zu steigen. In dem Artikel „Börse: Ein Grund für den DAX-Anstieg“ wurde auf eine mögliche Ursache eingegangen, warum Wertpapiere am europäischen Aktienmarkt plötzlich besonders stark nachgefragt werden. In Kürze startet die Berichtssaison und die Unternehmen werden fundamentale Kennzahlen veröffentlichen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sie die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können. Der jetzt gelebte positive Schein wird dann Risse bekommen.

DAX, Tageschart, Stand 12.380 Punkte

Der Aktienmarkt wird derzeit allein von weichen Themen getrieben. Kommt es zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China und wie wird sich die Geldpolitik der Zentralbanken auf die Aktienkurse auswirken. Nirgends gibt es eine fundierte Aufbruchstimmung, die mit Investitionen einhergehen und die Wirtschaft wachsen lassen würde. Kurzfristig können Aktienkurse allein aufgrund von Spekulationen außer Rand und Band geraten, doch mittelfristig kommen sie wieder zu einem fairen Bewertungsniveau zurück.

An dem obigen Chartbild ist zu erkennen, dass der DAX die berühmten Sieben-Meilen-Stiefel angezogen zu haben scheint. Es geht in tausender Schritten ab- und dann wieder aufwärts. Gesund ist solch ein Kursverlauf nicht, denn er zeigt deutlich die Unsicherheit unter den Anlegern. Obwohl die konjunkturellen Aussichten für einen Verkauf von Aktien sprechen, ist die Hoffnung auf geldpolitische Stimulationen dann doch wieder ein Grund Wertpapiere zu erwerben. So, zumindest die Denkweise der Marktteilnehmer, die innerlich hin- und hergerissen sind.

Der DAX erreicht die Widerstandszone bei 12.400 Punkten. Eine abwärtsgerichtete Trendlinie (dunkelblaue Linie) und eine Widerstandslinie bei 12.440 Punkten (rot gestrichelt) stellen sich einer Fortsetzung des laufenden Anstiegs in den Weg. An dieser Stelle sollte der Index zur Ermüdung tendieren. Der Markt braucht jetzt einen Aufhänger, eine sogenannte Story, an der sich die positive Stimmung auspendeln und drehen kann. Am Freitag wurde am Markt eine Überlegung der US-Regierung herumgereicht, dass sie eine Börsennotierung chinesischer Firmen in den USA stoppen möchte. Dies könnte als Aufhänger für wieder nachgebende Notierungen dienen.

Short Signal ID 2449

Die neue Woche lässt sich schnell an der aktuellen Widerstandszone einordnen. Kann der Index über die Widerstandsmarke bei 12.440 Punkten klettern, dann kann sich die Anstiegsbewegung weiter fortsetzen. Das Ziel würde in diesem Fall 12.600 Punkte lauten. Solange der DAX unter 12.440 Punkten notiert, sollte er mit hoher Wahrscheinlichkeit fallen. Erstes naheliegendes Ziel lautet 12.135 Punkte. Der positive Schein am Aktienmarkt suggeriert eine Stärke, die es gar nicht gibt. Anleger sollten sich von steigenden Kursen nicht in die Irre führen lassen.

Lassen Sie sich über aktuellen DAX-Einschätzungen informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This