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Möchte der Anleger die tagesinternen Kursbewegungen handeln, dann hat er es derzeit besonders schwer. Sicher, je kürzer das beobachtete Zeitfenster ist, umso sprunghafter sind die Kurse. Das ist nicht neu. Doch so wie in den letzten Wochen und Monaten war es selten. Der Grund liegt am US-Präsidenten Trump, der scheinbar immer sein Smartphone zur Hand hat und zu jedem Thema seinen Senf dazugibt. Mit jedem Tweet macht der DAX einen Sprung.

Heute Morgen, noch während die Anleger müde ihre Rechner hochfuhren, da gab es einen neuen Tweet des US-Präsidenten, der sich gerade beim G7-Gipfel in Frankreich befindet. Die Chinesen hätten angerufen und würden die Verhandlungen im Rahmen des Handelsstreits wieder aufnehmen wollen. So lautete zumindest seine Interpretation. Sofort reagierte der DAX auf diese Nachricht und machte einen Kurssprung um 100 Punkte. Die US-Futures sprangen deutlich ins Plus.

DAX, Stundenchart, Stand 11.658 Punkte

Prognosen auf kurzfristige Bewegungen im DAX sind derzeit mit besonders viel Unsicherheit behaftet. Der Anleger weiß nicht, was in der nächsten Sekunde für eine neue Meldung das ganze Set-up durcheinanderwirbeln wird. Dabei sind kleine Kurssprünge durchaus möglich und tolerierbar, aber derzeit schießen die Indizes in die eine oder andere Richtung, leider viel weiter als das normal wäre.

Das Tageshoch bei 11.696 Punkten hielt nicht lange, denn im Moment ist nichts beständig im Markt. Was am Morgen noch schlecht aussah, nämlich starke Minuszeichen an den asiatischen Börsen, entfaltete sich in Europa nicht mehr. Marktbeobachter nehmen an, dass die Märkte hier am letzten Freitag ausreichend gefallen sind. Doch am Nachmittag ging es wieder bergab. Der DAX fiel wieder unter den Widerstandsbereich bei 11.630 / 11.640 Punkten zurück. Doch auch dieses Schwächesignal des Marktes sollte nicht lange Bestand haben.

Es folgte nämlich die nächste Nachricht, wieder aus Frankreich. Diesmal verkündete der Gastgeber Staatspräsident Macron einen Erfolg im Iran Konflikt. Angeblich hätte man eine Basis gefunden, dass sich US-Präsident Trump und Irans Präsident Rohani treffen könnten. Der DAX machte eine Kehrtwende und zog wieder an, da sich angespannte Anleger über jede entspannende Nachricht freuen.

Im aktuellen Börsenumfeld kann man zwischen Rot (short) und Schwarz (long) wählen und im nächsten Moment kann es ganz anders kommen. Um nicht von unerwarteten Bewegungen überrascht zu werden, sollten Anleger ihre Stopps setzen und sich ruhig mit kleinem Verlust ausstoppen lassen. Größere Zeitebenen helfen, das Hin und Her weniger volatil zu handeln.

Die Märkte müssen noch einige Zeit, mindestens bis zur nächsten US-Präsidentschaftswahl, die überraschenden Twitter Meldungen des US-Präsidenten Trump erdulden. Es scheint kein Weg daran vorbei zu führen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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