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Der Aktienmarkt zeigt sich von seiner lustlosen Seite. Anleger sehen sich mit Problemen konfrontiert, vor denen sie lange Zeit die Augen verschlossen haben. Unter diesen Umständen warten Käufer erst einmal ab. Die laufende Korrekturbewegung verläuft schwächlich, weil sie sich kaum ausprägen konnte. Ist der Verkaufsdruck vielleicht zu groß im Markt? Eine Entscheidung über die weitere Richtung fällt in Kürze. Es wird knapp werden.

Das Muster, das die Investoren seit Monaten an der Börse verfolgen können, ist immer dasselbe. Häufig werden Probleme ans Tageslicht befördert und ohne das diese gelöst werden, kommt das Nächste hinzu. So wird den Anlegern die Lust am Aktienkauf genommen. Wie jetzt auch, wo der italienische Regierungschef Conte seinen Rücktritt erklärt und die Regierung auflöst. Die italienische Wirtschaft läuft bereits auf Sparflamme, der Staat ist schon bis zum Hals verschuldet, und wenn nun auch noch eine Regierungskrise hinzukommt, dann wird das nicht ohne Kollateralschaden in Europa ausgehen. Wer von den Anlegern die Möglichkeit hat, der verkauft seine Aktien und bringt so die Kurse unter Druck.

DAX, Tageschart, Stand 11.711 Punkte

Auf die starken Verlusten aus der Vorwoche sollte jetzt eine Korrekturbewegung mit dem Ziel bei 11.800 – 11.850 Punkten beginnen. In dem Artikel „DAX: Immer wieder Schulden“ wurde Zweifel geäußert, ob diese Wegstrecke vollständig abgespult werden wird, denn der Markt neigt zur Schwäche. Mit einem Kraftakt wurde gestern ein weiteres Korrekturhoch bei 11.764 Punkten markiert. Zu mehr hat es dann nicht gereicht.

Der Hintergrund solch einer Handlung basiert auf der einheitlichen Interpretation des Marktes. Kurse werden bald wieder fallen, so die allgemeine Auffassung. Also versuchen Marktteilnehmer nicht bis zum letzten Meter den Anstieg mitzunehmen, sondern steigen vorher schon aus, sodass die Korrekturbewegung abgewürgt wird. Die Zunahme größerer Kerzen im Intraday Chart zeigen das Aufkommen der Verkäufer.

Für die weitere Entwicklung des DAX kommt es nun darauf an, dass der Preisbereich bei 11.620 Punkten (gepunktete Linie) verteidigt werden kann. Nur dann kann es noch ein letztes Mal zu einem Aufbäumen und damit einem letzen Versuch kommen, eine Anstiegsbewegung im Rahmen der Korrektur zu initiieren und bis in den Bereich bei 11.800 Punkte anzusteigen.

Sobald der DAX unter die gepunktete Linie fällt, werden die Sorgen der Anleger sofort zunehmen. Viele werden erkennen, dass sie die Korrektur nicht genutzt haben, um in Ruhe ihre Wertpapiere zu veräußern. Sie werden gemeinsam mit anderen Marktteilnehmern eilig ihre Aktien verkaufen wollen und damit den Verkaufdruck im Markt hochhalten. Ohne das der Kursbereich bei 11.620 Punkten daraufhin wieder zurückgewonnen wird, geht es mit dem deutschen Aktienindex zunächst runter an den Preisbereich bei 11.300 Punkten. Später wird das nächste Kursziel bei 10.800 Punkten anvisiert werden.

Short Signal ID 2419

Wieder einmal wird es knapp an der Börse. Diesmal klammern sich die Anleger an das am Wochenende stattfindenden Treffen der wichtigsten Notenbänker in Jackson Hole / USA. Sie sollen eine rettende Maßnahme beschließen, um die Märkte zu stabilisieren. Doch ob sich die Notenbankchefs noch einmal vor den Karren spannen lassen werden, ist gar nicht so sicher. Was gut für die Aktienmärkte ist, muss nicht gut für die allgemeine Wirtschaft sein. Den Chefs der Notenbanken sind die Hände gebunden.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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