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Eine herbe Enttäuschung geht durch die Börsensäle. Die Anleger haben sich den Hoffnungen auf einen großen Wurf der Europäischen Zentralbank hingegeben und wurden heute enttäuscht. Die EZB hält erst mal die Füße still. Vielleicht braucht man noch ein wenig Bedenkzeit. Die Anleger sind jedoch schockiert und merken, dass sie zu teuer eingekauft haben. Wer kann, der verlässt eilig den Aktienmarkt, denn die nächsten Kursziele warten bereits.

Es gibt eine wesentliche Erkenntnis, die Anleger gelegentlich ausblenden. Wenn Unternehmen und Verbraucher alleine durch billiges Geld dauerhaft leben könnten, dann würde doch jedes Land die Leitzinsen tief senken und durch weitere Maßnahmen allen Beteiligten in der Wirtschaft Geld zukommen lassen. Niemand müsste mehr arbeiten und die Politik müsste sich nicht um einen ausgeglichenen Haushalt bemühen. Geht nicht! Warum ist der DAX dennoch gestiegen? Die Spekulation kennt eben keine Grenzen.

DAX, Tageschart, Stand 12,362 Punkte

Wohl wissend, dass jede geldpolitische Maßnahme eine Kehrseite hat, agierte die EZB heute vorsichtig. EZB-Chef Draghi sagte in der Pressekonferenz „Ausblick wird immer schlechter, vor allem in Industrie“ und „Abwärtsrisiken für Wachstumsausblick überwiegen“. Damit macht der EZB-Chef klar, dass auch die Staaten, die Unternehmen und die Politik gefordert sind, strukturelle Veränderungen vorzunehmen. Allein, indem man die Hände in den Schoß legt und auf Stimulierdende Maßnahmen der EZB wartet, wird es nicht gehen, so die unterschwellige Botschaft.

Investoren reagieren sofort und schicken den DAX auf eine heftige Talfahrt. In einem Atemzug verliert der Index satte 300 Punkte und überrascht damit alle Anleger, die sich in den letzten Tagen zu Aktienkäufen haben hinreißen lassen. Diese müssen nun Verluste beklagen. Vor allem jedoch trübt sich die Stimmung schlagartig ein und das verheißt nichts Gutes für den weiteren Kursverlauf.

Der DAX ist wieder unter die Schlüsselmarke bei 12.440 Punkte gefallen (grüne Linie). Gleichzeitig ist er noch vor Erreichen des letzten Verlaufshochs bei ca. 12.650 Punkten abgewiesen worden. Die Wucht des Abverkaufs zeigt hier eine große Verkaufsbereitschaft im Markt, die es unbedingt zu beachten gilt. Die Marktteilnehmer sollten im Hinterkopf behalten, dass sich eine schwere wirtschaftliche Phase anbahnt, die heute auch vonseiten der EZB unterstrichen wurde. Man denke nur an die vielen angekündigten Entlassungen der Unternehmen. All diese (dann arbeitslosen) Menschen werden als Konsumenten ausfallen und das wiederum, wird die Umsätze anderer Unternehmen beeinträchtigen. Wir befinden uns am Anfang dieses Prozesses (lesen Sie mehr).

Der deutsche Leitindex hat ein kritisches Kursniveau erreicht. Sollten sich die Anleger noch die Chance für eine Anstiegsbewegung offenhalten wollen, dann darf der Bereich bei 12.200 Punkte nicht unterschritten werden. Dies ist eine kombinierte Bedingung, denn gleichzeitig muss es den Käufern gelingen, den Index über 12.440 Punkte zu heben. Im aktuellen Umfeld eine Herausforderung.

Short Signal ID 2399

Sollte der DAX nicht mehr über die grüne Linie kommen und dann auch unter die schwarze Trendlinie bei ca. 12.200 Punkte sinken, dann würden sich jegliche Aufwärtsambitionen in Luft auflösen. Dann sollte es mit dem Aktienmarkt steil bergab gehen. Die nächsten Kursziele lauten dann in dieser Reihenfolge, 11.980, 11.860, 11620 und dann auch 11.300 Punkte. Zudem droht im Wochenchart eine große Umkehrformation, zu der wir rechtzeitig eine Analyse verfassen werden.

Wir behalten den weiteren Marktverlauf im Auge und melden uns mit neuen Beiträgen. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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