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Wenn der DAX dieser Tage ansteigt, dann weniger wegen guter Konjunkturdaten, denn diese fallen durchweg negativ aus. Konzerne haben bereits auf diese Entwicklung reagiert und entlassen Mitarbeiter. Anleger lassen sich von den dunklen Wolken bisher nicht abschrecken, denn für sie gibt es ja die Zentralbanken. Sie werden ihnen helfen, indem sie die Zinsen senken sollen. Dabei geht es nicht um die Wirtschaft, sondern um den Profit.

Derzeit sieht es so aus, als könne der Aktienmarkt gar nicht fallen. Jeder noch so kleine Rückgang wird sofort von den Anlegern gekauft. Kursrückgänge werden somit als Kaufgelegenheiten interpretiert. Die Frage, die sich die Marktteilnehmer stellen sollten ist, ob eine Zinssenkung ihrer Investition helfen wird. Werden Unternehmen mehr Produkte verkaufen, wenn die Leitzinsen niedriger sind? Und werden diese Waren überhaupt, und in diesen Mengen, vom Markt aufgenommen werden können, wenn die Konjunktur nachlässt? Eine Folge wird eine Zunahme der Arbeitslosen sein, die dann als Konsumenten ausfallen werden.

DAX, Stundenchart, Stand 12.418 Punkte

Gestern wurde der viel beachtete ZEW-Index veröffentlicht. Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung ermittelte Index für die Konjunkturerwartungen zeigt ein deutlich negatives Bild, denn er fällt auf minus 24,5 Punkte von minus 21,1 im Vormonat. Das ist trüb und dennoch stieg der deutsche Aktienindex DAX. Warum? Je schlechter das wirtschaftliche Umfeld, umso größer die Maßnahmen der Zentralbanken, diese zu stützen, ist die Annahme der Marktteilnehmer.

In dieselbe Richtung geht die Interpretation der US-Anleger, wenn schwache US-Konjunkturdaten vorliegen. Dort wurde eine stagnierende Industrieproduktion vermeldet. Auch dies schmälerte das Interesse der Anleger an den Wertpapieren nicht. Je schlechter, ums besser, ist die Interpretation und sofort wurden wieder Aktien gekauft. Alle Handelnden an den Börsen einigt der Glaube, dass eine weitere Runde von Zinssenkungen ihre Investments profitieren lässt. Hier ist ein wichtiger Unterschied zu erkennen. Die Investoren interessiert nicht wirklich, wie die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung aussehen wird, sondern allein ihr Gewinn ist entscheidend. Somit ist der Anstieg an den Börsen mehr eine kurzfristige Spekulation und daher nicht nachhaltig.

Buchtipp

Trotz der negativen wirtschaftlichen Erwartungen, der DAX drängt nach Norden. Entscheidend ist jetzt die Kursmarke bei 12.440 Punkte (rote Linie). Kann sich der Index oberhalb dieses Bereiches festsetzen, dann ist ein Heranlaufen an das letzte Verlaufshoch möglich und wahrscheinlich. Das Kursziel lautet in diesem Fall 12.640 Punkte. Bisher ist ein Ausbruch über die genannte Marke nicht gelungen.

Solange eine Widerstandszone nicht übersprungen werden kann, sollte ihre hemmende Wirkung beachtet werden. Der DAX kann, da sein Anstieg auf vagen Hoffnungen basiert, jederzeit und unerwartet den Rückwärtsgang einlegen. In diesem Fall ist ein erster Rückgang bis in den Bereich bei 12.305 Punkten naheliegend. Nach einer kurzen Gegenbewegung wartet auch ein zweites Ziel bei 12.245 Punkten und später auch bei 12.200 Punkten auf die Anleger.

Die akutelle Spekulation der Anleger, dass niedrige Zinsen die Wirtschaft wieder in Gang bringen können, ist nicht fundiert. In der Vergangenheit wurde mit solch einem Schritt Zeit erkauft. Noch einmal sollte dieses Vorhaben jedoch nicht gelingen (können).

Wir behalten die weitere Entwicklung Auge und melden uns mit aktuellen Analysen. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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