Buchtipp

Anleger haben in froher Hoffnung auf eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China Aktien erworben. Die Kurse sind daher im Vorfeld des G-20-Gipfels gestiegen. Das Ergebnis, welches am Wochenende verkündet wurde, ist jedoch ernüchternd. Man rede wieder miteinander, lautete der lieblose Kommentar. Am Montag wird sich nun zeigen, ob sich die Marktteilnehmer damit zufriedengeben werden. Der Kursverlauf zu Wochenbeginn wird die Richtung für die restliche Woche vorgeben.

Da ist wieder dieser Moment, an dem sich die Anleger veräppelt vorkommen müssten. Wieder einmal wurden sie von der US-Administration an der Nase herumgeführt. Immer mit den vollmundigen Ankündigungen, diesmal sei ein Deal fast schon unterschriftsfertig, hat man die Käufer auf das Börsenparkett gelockt. Nun sind die Wertpapiere gekauft, die Indizes hochgezogen, aber ein wirkliches Ergebnis, nämlich das Ende des Handelsstreits, steht aus. Das ist eine wichtige Erkenntnis der letzten Wochen und Monate. Egal welche Ankündigung in den Raum gestellt wurde, egal welche Twitter Nachricht Mut gemacht hat, am Ende gibt es (bisher) keinen Deal. Anleger sollten diesen Umstand beachten.

DAX, Wochenchart, Stand 12.398 Punkte

Der Kursverlauf des DAX ist von einem unnatürlichen Drang nach Norden geprägt. Gefühlt könnte man schlussfolgern, dass sich die Investoren einig sind, dass es nur raufgehen kann. Daher verkauft niemand seine Aktien und Wartende beeilen sich, in den Markt zu kommen. Dies führt zu einem unnatürlichen Kursverlauf. Je schlechter die Rahmendaten für Unternehmen und Konjunktur werden, umso stärker zieht es den Index nach oben. In den letzten Tagen wurden sogar Korrekturbewegungen komplett ausgelassen. Immer mit der Hoffnung eine Beilegung des Handelsstreits würde die Aktienkurse in ungeahnte Höhen treiben.

Diese Hoffnung steht nun vor einer harten Bewährungsprobe, denn wertneutral ist nur ein schlichtes „wir reden miteinander“ herausgekommen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass man nicht weiter als zuvor ist. Anders ausgedrückt: man tritt auf der Stelle. Im gleichen Zeitraum, als die Gespräche geruht haben, sind die US-Indizes und der DAX jedoch angestiegen. Bekanntlich hoffte man auf ein Ende des Handelsstreits, das jetzt nicht eingetreten ist.

In der neuen Woche werden sich die Marktteilnehmer entscheiden müssen. Entweder es geht rasant nach Norden und wirklich alle Investoren wollen jetzt all ihr Kapital einsetzen, und damit Aktien kaufen, oder es kommt anders und Enttäuschung macht sich breit. Gleich zu Beginn der Handels und dem ersten Impuls könnte sich eine Aufwärtskurslücke ereignen. Anleger würden, noch berauscht von der letzten Woche, das Ergebnis positiver interpretieren, als es ist. Einzig die Aufhebung des Handelsembargos gegen Huawei ist tatsächlich hervorzuheben, weil nun Unternehmen aus der IT-, Halbleiter- und Telekombranche wieder Geschäfte machen können.

Geld schon mal arbeiten sehen?

Der Blick auf das obige Chartbild zeigt den DAX-Zustand im Wochenchart. Die Kursmarke bei 12.400 Punkten ist eine schwere Hürde. Mit der zuvor genannten Annahme, dass zunächst ein Kurssprung diese überschreitet, kommt es sofort auf die Reaktion der Marktteilnehmer nach der Eröffnung am Montagmorgen an. Kommt der DAX sogleich unter Druck, und die Aktienkurse geben nach, dann ist ein Rückfall unter 12.400 Punkte ein klares Signal, dass sich Enttäuschung am Markt durchsetzt. Eine Erschöpfungslücke, auch Exhaustion Gap genannt, hätte sich dann im Chartbild ereignet. Gleiches gilt für den Fall, dass der deutsche Leitindex gar nicht erst einen Kurssprung zur Eröffnung hinlegt und unter 12.400 Punkten verbleibt. Auch dann ist mit enttäuschten Anlegern zu rechnen.

Jede Kursnotierung oberhalb von 12.400 Punkten ist als positiv zu interpretieren, weil die Widerstandslinie (gestrichelt) dann übersprungen worden wäre. Kann diese Marke über den Tag hin verteidigt werden, dann sollten sich vermehrt Käufer in den Aktienmarkt wagen, die dann den Index auf deutlich höhere Ebenen hieven werden.

Trotz der wilden Kurssteigerung der letzten Tage und Wochen – der Aktienmarkt klammert sich an einen Ausgang des Handelsstreits, der nicht kommen will. Zudem ist jede Form der Einigung bereits eingepreist, was den Marktteilnehmern nicht bewusst zu sein scheint.

Wir melden uns unter der Woche mit aktuellen Einschätzungen zum DAX. Lassen Sie sich informieren und nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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