Indikatoren-Trading

Im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung kletterten die Kurse an den deutschen Börsen. Anleger erhofften sich stützende Worte von der Zentralbank, so wie die amerikanische FED dies bereits geäußert hat. Dann wurde es 13:45 Uhr und der DAX gab zum ersten Mal deutlich nach. Um 14:30 Uhr begann die Pressekonferenz und der Verkaufsdruck erhöhte sich schlagartig. Anleger sind enttäuscht von den Worten des EZB-Präsidenten Draghi.

In den letzten Jahren waren Tage, an denen Leitzinsentscheidungen verkündet wurden, positive Tage an den Aktienmärkten. Fast immer waren die Aussagen der Währungshüter im Sinne der Anleger, nämlich, dass man jederzeit bereit sei zu handeln, dass man Anleihen aufkaufen würde und dass man die Leitzinsen lange Zeit niedrig belassen würde. Immer neues frisches Geld, das so in den Markt gepumpt wurde, kam den Aktienmärkten zugute. Da es auf Tagesgeld, Festgeld und das gute Sparbuch kaum noch Zinsen gab, flüchteten immer mehr Anleger an die Börsen und trieben die Kurse. Heute sollte es zur Abwechslung mal anders sein.

DAX, Stundenchart, Stand 11.953 Punkte

EZB-Chef Draghi war zwar bemüht wieder einmal die Entschlossenheit seiner Institution zu unterstreichen, doch diesmal klappte es mit dem positiven Impuls nicht. Ein wesentlicher Punkt in seinen Aussagen war, dass Wachstumsrisiken bestehen. Das ist natürlich ein ganz heißes Thema, denn Investoren versuchen bisher genau diese zu ignorieren. Bei einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung müsste die EZB noch stärker in den Markt eingreifen, die Zinsen noch tiefer senken und noch unkonventionellere Mittel einsetzen (Neues Quantitative Easing 3.0, Helikoptergeld).

Für die Marktteilnehmer waren die Aussagen ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Lage schlechter als angenommen ist. Von einer kurzen konjunkturellen Delle, so die Hoffnung mancher Anleger, kann keine Rede sein. Also begannen die Verkäufer ihre Wertpapiere zu veräußern. Dabei gibt der DAX erneut seine Tagesgewinne her, so wie das am gestrigen Handelstag bereits der Fall war. Marktteilnehmer trauen kurzzeitigen Anstiegen nicht mehr bzw. nutzen diese zum Verkauf ihrer Aktien und das ist ein Warnzeichen.

Short Signal ID 2362

Der DAX ist im Widerstandsbereich bei 12.080 deutlich abgeprallt. Die restliche Anstiegsmöglichkeit bis in den Bereich bei 12.120 Punkten wurde nicht genutzt. Der darauf folgende Abverkauf wurde an der gestrichelten Linie (jetzt 11.900 Punkte fallend) aufgefangen. Diese Trendlinie gibt dem DAX noch ein wenig Halt, weil optimistische Marktteilnehmer noch immer Aktien erwerben wollen und an solchen Schlüsselstellen zugreifen. Wie sich in den vergangen Tagen gezeigt hat, ist der Verkaufsdruck meist größer und Anstiege nicht von Dauer.

Der DAX ist vermutlich auf dem Weg zur unteren Begrenzungslinie des fallenden Trendkanals bei 11.550 Punkten. Eine Bestätigung dafür wäre ein Fall unter die angesprochene fallende Trendlinie in der Bildmitte, die aktuell bei 11.900 Punkten verläuft. Anleger erkennen nun immer deutlicher, und das hat die EZB heute auch unterstrichen, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten eintrüben. In der Folge würden Aktien in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wir behalten die weitere Entwicklung des DAX im Auge und melden uns mit aktuellen Einschätzungen. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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