Indikatoren-Trading

Wie das häufig so ist, wenn Gewitterwolken am Börsenhimmel aufziehen, dann eilen die Zentralbanken meist zur Hilfe und vertreiben die Sorgen der Anleger. So auch am gestrigen Tag. Anleger hatten bereits die Flucht ergriffen und die Kurse gaben deutlich nach, weil Unternehmen mit einem schwächeren wirtschaftlichen Umfeld kämpfen. Dieser Umstand machte den Investoren Sorge. Doch die Aussicht auf Hilfe durch die Zentralbanken ließ diese Ängste verfliegen. Die Aktienkurse steigen jetzt deutlich.

An der Börse schienen die Würfel bereits gefallen zu sein, als der DAX unterhalb von 11.850 Punkten rutschte (tieferes Tief). Zunächst folgten tatsächlich auch weitere Verkäufe, die den Index in den Bereich bei 11.600 Punkten drückten. Doch dann kam es gestern zu einer starken Gegenbewegung, weil die US-Notenbank FED den Marktteilnehmern wieder eine Dosis Hoffnung gegeben hat. Fed-Chef Powell sagte, man werde angemessen reagieren, um eine Expansion (der Wirtschaft) zu gewährleisten. Dies war eine starke Vorlage für die Investoren, die solch ein Bekenntnis sofort in steigende Aktienkurse ummünzten. Zinsensenkungsfantasie ist etwas, womit die Anleger umgehen können. Billiges Geld wird in den Markt gepumpt, das natürlich irgendwo hin muss, am besten in den Aktienmarkt. In Erwartung steigender Aktienkurse in der Zukunft kauften die Anleger Wertpapiere, auch am deutschen Aktienmarkt.

DAX, Stundenchart, Stand 11.991 Punkte

Die Zinssenkungsfantasie keimt in den USA auf und doch lassen sich auch die europäischen Indizes davon anstecken. Dabei sind die Probleme in Europa durchaus kritisch, wie das ungelöste Austrittsgerangel mit Großbritannien zeigt. Italien wird zum Pulverfass, weil sich die italienische Regierung dem Spardiktat Brüssels nicht unterwerfen will. Unter dem europäischen Teppich ist die Schuldenkrise, die nie gelöst wurde, wieder zurück. Bisher wahrt man jedoch die Haltung. Schulden sind nur tragbar, wenn die Zinsen niedrig bleiben, was wiederum den Kreis schließen lässt, weshalb die Notenbanken genau dieses Ziel verfolgen.

Trotz der stark steigenden Kurse hat sich für die Aussichten im DAX nichts geändert. Im kurzfristigen Bild (obigen Stundenchart) sieht die Lage wie folgt aus: Ohne einen Ausbruch über den Kursbereich bei 12.120 Punkten bleibt der Index in einem abwärtsgerichteten Trendkanal stecken. Notierungen über 11.950 Punkten könnten für einen weiteren Schub euphorisierter Käufer sorgen und den Index bis in den Bereich bei 12.120 Punkten klettern lassen. An dieser Stelle verläuft die obere Begrenzungslinie des fallenden Trendkanals, die einen weiteren Anstieg verhindern sollte.

Short Signal ID 2352

Es wird jetzt drauf ankommen, ob der DAX noch die Kraft für eine Bewegung nach Norden hat. Können sich keine Anschlusskäufe entwickeln, und der Index verbleibt unter 12.027 Punkten, dann kann auch eine Wiederaufnahme einer Abwärtsbewegung vorzeitig beginnen. Ein Indiz dafür ist das Unterschreiten des Preisbereiches bei 11.950 Punkten. Das Kursziel lautet zunächst 11.580 Punkte.

Anleger greifen nach dem letzten Strohhalm. Trotz eines schwachen wirtschaftlichen Umfeldes hoffen sie auf irgendeine Form der Besserung. Dabei geht es nicht um gute Geschäfte (im fundamentalen Sinne), sondern alleine darum, dass man mit neu erzeugtem Geld durch die Notenbanken, Pleiten vermeiden bzw. verzögern kann. Der Gedankengang lautet dann, dass es so schlimm nicht werden kann. Ein Grund für den Aktienkauf sind solche Aussichten jedoch nicht.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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