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Die Wirecard Aktie kommt endlich zur Ruhe. All das Durcheinander der letzen Wochen scheint ausgestanden zu sein. Dazu wurden gute Unternehmensdaten und Kooperationen verkündet. Endlich, so die Hoffnung vieler Anleger, befindet sich ihre Aktie wieder in den Startlöchern. Die Annahme hinter diesem Gedanken ist, dass sich Anleger die Kraft und die Dominanz aus der Vergangenheit zurückwünschen. Doch die Reaktion des Aktienkurses zeigt, dass sich Dinge verändert haben.

An der Börse orientiert sich der Anleger meist an der Entwicklung einer Aktie, die sich aus der Vergangenheit ableiten lässt. Das ist nicht verwunderlich, da zum Beispiel Chartbilder die Vergangenheit zeigen und der Anleger Schlussfolgerungen für die Zukunft daraus zieht. Bei der fundamentalen Betrachtung ist das ähnlich. Ein Unternehmen macht gute Geschäfte und dann erst wird der Anleger auf diesen Wert aufmerksam. Das Unternehmen zahlt vermutlich Dividende und nun möchte der potenzielle Käufer, dass sich diese Gewinnbeteiligungen wiederholen. Unabhängig davon, welche Bewertungsmethode man wählt, die Zukunft bleibt unsicher.

Wirecard, Tageschart, Stand 134,80 Euro

Bei der Wirecard Aktie ist die Einstellung der Marktteilnehmer, dass dieser Wert ein Highflyer ist. Eine besonders starke Aktie, die sich nicht in die Knie zwingen lässt, die immer weiter ansteigen kann und die große Profite verspricht. Der Blick auf die Kursentwicklung bis in den Herbst 2018 unterstreicht diese Denkweise.

Viele Anleger glauben nun, dass dieser Wert unter den Streitereien mit der Financial Times gelitten hat. Die Annahme dahinter lautet, die Aktie wäre ja direkt weiter gestiegen, wären da diese Anschuldigungen über Bilanzierungspraktiken am Standort Singapur nicht gewesen. Es ist an der Börse üblich, dass sich Marktteilnehmer in solchen Denkmustern bewegen, denn nicht umsonst heißt es, der Trend ist dein Freund. Man schreibt die vergangene Entwicklung fort.

Anleger sollten jedoch bedenken, dass sich die Grundlagen ihrer Annahmen verändert haben könnten. Waren die Chancen für die Dienstleistungen des Unternehmens Wirecard in den vergangenen Jahren hervorragend, dann kann sich das jetzt geändert haben. Der Markt könnte gesättigt sein, weil alle die Zahlungslösungen kaufen wollten, dass getan haben. Die Wettbewerber könnten aufgeschlossen haben, und ähnlich gute Produkte anbieten, sodass weniger von Kuchen für Wirecard übrig bleibt.

Der Blick auf das Chartbild zeigt, dass der Kaufwille der Marktteilnehmer nicht mehr so ausgeprägt ist, wie das in der Historie der Fall war. Obwohl die Bedenken aus dem Weg geräumt wurden, ist eine befreiende Kursreaktion nicht zu sehen. Es kommt zwar zu Käufen, die jedoch nicht mehr die Wucht vergangener Zeiten haben. Anleger sollten daher ihre Annahmen überdenken, ob die Wirecard Aktie noch das Potenzial bietet, wie das in der Vergangenheit der Fall war, oder ob sich die Voraussetzungen verändert haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Erfolg an der Börse? (mehr erfahren)

 

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