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An der Börse ist nicht das ausschlaggebend was ist, sondern was die Marktteilnehmer für möglich halten. Es geht demnach vielmehr um Hoffnung, als um die konkrete Anlage in die Entwicklung von Unternehmen. Eine besonders positive Erwartungshaltung hat die Aktienmärkte seit einigen Wochen ergriffen, sodass immer mehr Anleger mit immer mehr Geld in den Markt strömen. Es macht sich Euphorie breit und gleichzeitig beginnt der schwache Börsenmonat Mai. Anleger werden sich jetzt entscheiden müssen.

In den vergangenen Wochen ist es still geworden um die Gespräche im Handelsstreit zwischen China und den USA. Warum? Solange die Aktienkurse steigen, braucht es keinen Anschub von dieser Seite. Nur wenn die Kurse nachzugeben drohen, dann wird schnell eine Meldung hervorgeholt, oder getwittert, dass die Gespräche blendend verlaufen würden. Ansonsten bleibt es still. Und obwohl schon seit Monaten angeblich extrem gut verhandelt wird, gibt es noch immer keine konkreten Ergebnisse. Marktteilnehmer sollten sich Gedanken machen, warum das so sein könnte.

DAX, Wochenchart, Stand 12.412 Punkte

Derzeit ist der deutsche Aktienmarkt (und andere auch) in Sippenhaft zu der Kursentwicklung der US-Märkte, denen man blind ohne Sinn und Verstand folgt. Die US-Börsen sind fest in der Hand der US-Regierung, die keine Sekunde verstreichen lässt, zu betonen, dass der Kursanstieg alleine auf ihre Arbeit zurückzuführen ist. Tatsächlich gibt es keine Wohlstandsvermehrung durch den Anstieg von Aktienkursen (mehr dazu hier), doch für die Amerikaner ist es genau das.

Am Freitag Nachmittag zeigte sich erneut, wie sehr die US-Administration Wert darauflegt, dass die Aktienkurse trotz viel zu hoher Bewertung weiter ansteigen. Als die Preise kurz nach Eröffnung unter Druck kamen, meldete sich der Wirtschaftsberater des US-Präsidenten Kudlow zu Wort und ließ sich zitieren, dass er glaubt, die US-Notenbank FED würde nach Wegen suchen, die Leitzinsen zu senken.

Diese Vorlage wurde von den Marktteilnehmern sofort mit steigenden Kursen quittiert. Billiges Geld der Notenbanken würde die verschuldeten Unternehmen weniger belasten, würde die Konsumenten mit günstigen Krediten versorgen und würde natürlich zur Folge haben, dass frisches Geld an den Börsen angelegt werden will. Was nach Meinung der Marktteilnehmer zu mehr Nachfrage nach Aktien und damit zu steigenden Notierungen führen würde. Die US-Indizes schossen sofort nach Norden und beendeten den Tag mit einem Kursplus. Wieder einmal hatte sich die US-Administration in die Marktentwicklung eingemischt und nachgebende Aktienkurse verhindert.

Ähnlich verhielt es sich mit dem DAX, der am Freitag Nachmittag an der Kursmarke bei 12.400 Punkten abzuprallen schien. Just in dem Moment, als sich eine Verkaufswelle in Gang bringen wollte, kamen die Gerüchte aus den USA über mögliche Zinssenkungen auf, was den Käufern in die Hände spielte. Die begonnene Abwärtsbewegung verlief daher im Sande.

In dem obigen Chartbild ist der Wochenchart abgebildet. Er zeigt, dass dieser Preisbereich als eine starke Widerstandszone fungiert. Der Index konnte zwar zum Tagesschluss über dieser Linie schließen, doch dieser kleine Ausbruch muss sich erst noch beweisen. Am Montagmorgen kommt es daher zu einer wichtigen Belastungsprobe. Sofort nach der Eröffnung wird sich entscheiden, ob der DAX seinen Ausbruch fortsetzen kann. Dies ist möglich, solange der der Index oberhalb von 12.400 Punkten notiert. Sein nächstes Ziel lautet in diesem Fall 12.600 Punkte.

Short Signal ID 2330

Sollte sich der Ausbruch als nicht nachhaltig erweisen, das wäre der Fall wenn der Index wieder unter 12.400 Punkte rutscht, dann würden sich die Verkäufer neue Hoffnungen machen. Die derzeitige Marktlage ist überkauft und der DAX steigt schon seit sechs Wochen am Stück, daher ist ein Nachlassen der Kräfte naheliegend. Auch wenn ein heiß gelaufener Markt nicht automatisch aufhören muss zu steigen, ist doch die beschriebene Widerstandslinie eine Zone, bei der es richtungsentscheidend zu Sache gehen wird. Ein Abprall des Index an dieser Stelle wird favorisiert, sodass sinkende Kurse einsetzen sollten. Die Kursziele lauten in diesem Fall zunächst 12.050 Punkte und später auch 11.850 Punkte.

Der Aktienmarkt hat sich verselbstständigt, was man häufig unter dem Ausdruck „die Hausse nährt die Hausse“ beschreibt. Durch den Wechsel in den Monat Mai, der in der Regel als ein schwacher gilt, könnten sich die Anleger nun veranlasst sehen, ihre Gewinne mitzunehmen. Wir informieren Sie über aktuelle Einschätzungen. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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