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An der Börse ist die positive Stimmung zurück, wie das Rekordquartal an der Wall Street zeigt. Anleger lassen sich zum Wertpapierkauf hinreißen und ignorieren das fundamentale Umfeld, denn Hoffnung und Realität passen einfach nicht zusammen. Der rasante DAX-Kurssturz Mitte März ist passiert und er hat Folgen auf die wichtige Gesamtbetrachtung. Ein Trend ist nämlich aufgegeben worden. Damit kann ein Fahrplan skizziert und ein Kursziel abgeleitet werden.

Besonders in den USA ist die Stimmung derzeit ausgelassen. Man feiert sich selbst und mit jedem Tag an dem die Kurse ansteigen, finden sich neue Käufer, die ebenfalls Aktien erwerben möchten, koste es, was es wolle. Im ersten Quartal des Jahres 2019 konnte der Nasdaq 100 um 16 % hinzugewinnen. Das ist ein enormer Anstieg, da gerade viele Konjunkturdaten abschmieren. Doch an der Börse gilt der Profit und solange Kursgewinne erzielt werden können, ist die Welt der Börsianer in Ordnung. Wie sehr die Welt der Spekulanten aus den Fugen geraten ist, sieht man an dem aktuellen Börsengang des Uber Konkurrenten Lyft. Der Fahrdienstvermittler wird an der Börse mit 23 Milliarden bewertet, erzielt jedoch nur 2 Milliarden Euro Umsatz. Von Profitabilität keine Spur, das Unternehmen macht einen Jahresverlust von knapp 1 Milliarde USD. Und dennoch, die Investoren feiern einen gelungenen Börsenstart. Es sollte keinesfalls verwundern, wenn diese Blase bald platzen wird.

DAX, Tageschart, Stand 11.526 Punkte

Die stark elektrisierte Stimmung in den USA färbt natürlich auch auf die Anleger in Deutschland ab. Der DAX steigt seit seinem Tief bei 11.300 Punkten etwas an. Das passiert unter Mühen und der Index kommt dabei nicht sehr weit. An dem obigen Chartbild, wo der Tageschart zu sehen ist, ist der Trendbruch gut zu sehen. Dieser Umstand erklärt, warum sich die Käufer in Deutschland zurückhalten. Ein Trendbruch hat eine nachhaltige Wirkung auf die Marktteilnehmer, weil sie einen Wechsel der Marktkräfte andeutet. Diese Erkenntnis ist wichtig.

Die neue Woche kann positiv beginnen, wie der Blick auf den untenstehenden Stundenchart anzeigt. Hier wird sich der Beginn des neuen Quartals niederschlagen, da neues Geld aus den Fonds investiert werden will. Doch dieser gute Start in die Woche steht vor einem unguten Stern, denn die laufende Anstiegsbewegung ist eine Korrektur auf die Verluste von Mitte März, als der DAX von 11.830 Punkten auf 11.300 Punkte fiel. Diese Gegenbewegung hatte sich in der vergangenen Woche in der Zone bei 11.500 verausgabt. Dochte in den Tageskerzen zeigten einen Widerstandsbereich an. Doch wie das an der Börse ist, der Überraschungsfaktor nicht weit. Mit einem unerwarteten Kraftakt gelang es den Käufern die Marke bei 11.500 Punkten zu überwinden, insofern kam es zu einer Schieflage im Markt (Auslösen von Stopp-Loss-Aufträgen, Eindeckungen von Shortpositionen). Auch ein Einbruch am Freitag Nachmittag (DAX < 11.490 Punkten), der unter normalen Umständen zu einem Abverkauf hätte führen müssen, wurde aufgefangen. Hier wird am Markt auf die großen Marktteilnehmer hingewiesen, die ihre positive Quartalsbilanz verteidigen wollten (Window Dressing).

DAX, Stundenchart, Stand 11.526 Punkte

Der DAX befindet sich weiterhin in einer Flaggenbildung. Dieser hellblaue Bereich lässt den Index noch Luft bis in den Bereich bei 11.620 Punkten. Wie man an den eingezeichneten Retracement Leveln erkennen kann, verläuft der 50%-Rücklauf bei 11.564 Punkten und der 61,8%-Level bei 11.622 Punkten. Retracement Level sind Korrekturziele, die sich nach einer vorherigen Bewegung ableiten lassen. Sowohl der Bereich bei 11.564 Punkten, als auch der Bereich bei 11.580 Punkten (grüne Linie) sind Widerstandsbereiche, die sich dem Anstieg in den Weg stellen werden.

Eine Korrekturbewegung wird in der Regel abrupt beendet. Während die Anleger noch auf steigende Kurse hoffen, beginnen die Notierungen plötzlich zu sinken und gewinnen dabei an Dynamik. Anleger sollten in der neuen Woche auf folgende Marken achten, um von dem Trendwechsel nicht überrascht zu werden. Ein Fall unter 11.490 Punkten signalisiert Schwäche. Ein Unterschreiten der 11.450 Punkte Marke würde die Flaggenbildung abschließen, da dann der Index aus dem Kanal herausgefallen sein wird. Spätestens ab diesem Moment sollte die Abwärtsbewegung an Dynamik hinzugewinnen. Ein Fall unter 11.415 Punkte macht den Weg frei für deutlich nachgebende Kurse mit dem Wochenziel bei 11.050 Punkten.

Auch wenn die Börsenstimmung gefühlt gut zu sein scheint, das Chartbild des DAX spricht eine andere Sprache. Nur ein Anstieg über 11.680 Punkte würde eine Abwärtsbewegung ausschließen, doch danach sieht es aktuell nicht aus. Der Plan lautet, dass nach dem ersten Kursrutsch im März jetzt eine Korrektur läuft, die dann durch die Wiederaufnahme des Haupttrends abgelöst wird.

Wir behalten den weiteren DAX-Verlauf für unsere Leser im Auge und versorgen Sie mit aktuellen Einschätzungen. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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