Indikatoren-Trading

Wenn der DAX ruckartige Bewegungen macht, dann hat das derzeit meist zwei Gründe. Entweder postet der US-Präsident Trump etwas über den Nachrichtendienst Twitter und bezieht sich dabei auf den Handelsstreit mit China oder aber die EZB verkündet etwas und das bewegt dann die Marktteilnehmer zu raschen Handlungen. Auch heute Nachmittag kommt es zu einer plötzlichen Kursbewegung. Die EZB positioniert sich für ihre morgige Sitzung. Was ist geschehen?

Der DAX machte heute zunächst einen lustlosen Eindruck und kam den ganzen Tag über nicht recht vom Fleck. Nachdem zur Mittagszeit ein Angriff auf das Tageshoch gescheitert ist, war eine Abwärtsbewegung naheliegend. Auf der Unterseite befinden sich im kurzfristigen Zeitfenster noch offene Kursziele. Doch um 14.31 Uhr schreckte eine Tickermeldung die Anleger hoch. Die EZB plane bei ihrer morgigen Sitzung, ihre Projektionen zu senken. Da war er wieder, der Schuss aus dem Hinterhalt. Noch bevor die Marktteilnehmer nachdenken konnten, schoss der deutsche Leitindex nach oben. Auf die erste Überraschung folgten dann trendfolgende Käufe, sodass der DAX bis auf ein Tageshoch bei 11.652 Punkten ansteigen konnte.

DAX, Tageschart, Stand 11.586 Punkte

Wenn die EZB ihre Projektionen kürzen will, dann ist das eine schlechte Nachricht. Es bedeutet, dass sich ihre Annahmen nicht erreichen lassen bzw. die Experten sich getäuscht haben. Beides ist negativ. Besonders die schwache konjunkturelle Entwicklung macht ihr Sorgen, sodass die bisherige Wachstumsprognose heruntergeschraubt werden muss. Morgen werden die Fakten auf den Tisch kommen.

Für die Anleger kommt die Ernüchterung spät. Denn die erste Reaktion der Marktteilnehmer hat sich als falsch herausgestellt. Das Denkmuster, das eine schlechte Wirtschaftsentwicklung, zu Hilfe der EZB führt und, das billiges Geld, steigende Aktienkurse verspricht, ist nicht mehr zeitgemäß. So langsam dämmert es den Marktteilnehmern, dass schwache Konjunkturdaten und Prognosen auch schlechte Daten sind.

Short Signal ID 2282

Der DAX notiert nach dem kurzen Ausflug nach Norden jetzt wieder im Minus. Er ist nach aktueller Einschätzung auf dem Weg zu 11.320 Punkten, wie in dem Artikel „DAX-Ausblick: Index vor Topbildung“ analysiert wurde. Anleger werden auch am morgigen Tag unruhig sein, denn die Reaktionen auf die Aussagen der EZB wird sich als kompliziert erweisen. Sowohl die Zentralbank weiß, dass sie sich in einer schwierigen Lage befindet, als auch die Anleger wissen, dass sich die Stimmungslage eintrübt. Manche suchen heute das Weite. Andere haben schon das vergangene Jahr ihre Aktien verkauft, als die konjunkturelle Abschwächung noch am Anfang war. Die kommenden Monate stehen im Fokus von Wirtschaftsabschwächung und Krisenbewältigung, was auch auf den Börsenverlauf Auswirkungen haben wird.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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