Buchtipp

Der DAX steigt auf ein neues Jahreshoch. Die Freude der Anleger beruht wieder auf einmal auf leeren Versprechungen. US-Präsident Trump verkündet, die Frist für Verhandlungen mit China zu verlängern. So ein Satz begeistert die Anleger weltweit. Warum? Weil man die Verhandlungen nicht rechtzeitig zu Ende gebracht hat? Weil man nicht in der Lage war, sich zu einigen? Weil man keine Erfolge vorzuweisen hat? Und warum interpretieren die Anleger solch eine Hinhaltetaktik als positiv?

Das muss man sich mal vorstellen: Da verspricht jemand seit Wochen, dass er gute Gespräche führt und das sich die Investoren freuen können. Und in der drauffolgenden Woche kommt dann die Wiederholung. Wieder heißt es, die Gespräche mit China laufen gut und bald werde es Ergebnisse geben. In solch einer Phase steigen die Aktienkurse, denn Anleger sind elektrisiert. Sie hoffen, dass sich eine Rallye entwickeln wird, wenn die USA den Handelsstreit mit China beilegen kann. Dabei ist diese Verzögerungstaktik keinesfalls positiv, sondern ein Zeichen, dass man sich nicht wirklich einig ist.

DAX, Stundenchart, Stand 11.505 Punkte

Derzeit ist das Marktumfeld gekennzeichnet von dem Wunsch, dass sich das Börsenumfeld bessert. Umso beherzter greifen Anleger bei Aktien zu. Da die Indizes nach der rasanten Jahreseröffnung nicht mehr den Rückwärtsgang einlegen, kommen nun manche Marktteilnehmer unter Zugzwang. Sie glauben den bereits fahrenden Börsenzug verpasst zu haben und springen noch auf, obwohl die Aktien schon gestiegen sind. So kommt es, dass die Kurse gerade unter Kaufdruck stehen.

Jetzt ist ein Niveau erreicht worden, an dem die Luft für eine direkte Fortsetzung dünn wird. An dem Kursverlauf des heutigen Handelstages lässt sich sehen, wie die Kurse hin und herziehen, ohne das sich eine Richtung durchsetzen kann. Das (intraday) Zirkulieren des DAX ist ein Zeichen von Unsicherheit. Auch die Tageskerze sieht nicht einladend aus. Sie hat den Tag mit einem Kurssprung begonnen und besitzt einen kleinen Körper sowie Docht und Lunte. Sie visualisiert die Unsicherheit im Markt.

Dennoch ist der Kursanstieg im DAX auf ein neues Jahreshoch ein Fakt. Damit ist auch ein höheres Hoch erklommen, was den laufenden Aufwärtstrend bestätigt. Auf der Oberseite ist Platz bis 11.600 Punkten, um ein weiteres Kursziel zu erreichen.

Spannend hingegen, wenn der DAX morgen mit einer Kurslücke nach unten eröffnen würde. Dann wäre eine Inselumkehr im Chartbild ersichtlich, der eine Trendwende ankündigen würde. Die US-Indizes sind weit gestiegen und geben noch immer den Ton an. Doch auch in den USA steigen die Kurse nicht in den Börsenhimmel.

Im Moment schlägt sich die Freude der Investoren über die Aussagen des US-Präsidenten Trump in steigenden Kursen nieder. Anleger sollten dennoch vorsichtig sein, denn bisher handelt es sich um leere Worthülsen. Geliefert wurde nichts.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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