Indikatoren-Trading

An der Börse macht sich wieder Ernüchterung breit. Fast täglich kommen jetzt neue Zahlen herein, die eine Abschwächung der Konjunktur signalisieren. Allen Daten ist gemein, dass sie frostige Zeiten ankündigen. Wo Unternehmen nicht mehr wachsen können, wo Konsumenten ihre Käufe zurückstellen, da können auch keine Gewinne erzielt werden. Folglich bieten Aktien derzeit kaum Potenzial, weshalb die Zurückhaltung der Anleger verständlich ist. Und da sind noch mehr Sorgen.

Im Moment sitzen politische Führer und Leiter von Konzernen im Schweizer Ort Davos zusammen und grübeln, wie es mit der Weltwirtschaft weitergehen soll. Sie kennen das Schlagwort bestimmt, es geht wieder einmal um „Wachstum“. Jahrzehntelang war dies das Dogma der Welt. Die Wirtschaft musste immer wachsen, Arbeitsplätze schaffen, Gewinne erzielen und den Investoren Profite bescheren. Doch Wachstum gab es nie umsonst. Meist ging dieser Wahn zulasten der Umwelt, Arbeitskräfte wurden ausgebeutet und vor allem wurde das Wachstum durch enorme Schulden erzwungen. Besonders der letzte Punkt, nämlich das Wachstum auf Pump, wird nun zum Problem.

DAX, Tageschart, Stand 11.090 Punkte

Das Wachstum der Weltwirtschaft bekam im Jahre 2008 eine Delle, als mit dem Ausbruch der Finanzkrise ein wirtschaftlicher Schock entstand. Überall fehlte plötzlich Geld, weil sich riskante Spekulationen in Luft auflösten. Und obwohl ein reinigendes Gewitter, mit Rezension und Unternehmenspleiten, in diesem Moment nötig gewesen wäre kam es nicht dazu. In der Not brachten sich die Zentralbanken in Position und fluteten die Märkte mit billigem Geld. Sie beließen es nicht nur mit dem Angebot, Geld zu günstigen Zinsen zu erhalten, nein, sie griffen auch aktiv ein und starteten Ankaufprogramme. Sie können den Krisenverlauf im Detail hier nachlesen.

Die Sorgen in der Wirtschaft waren durch diese Maßnahmen schnell verflogen. Unternehmen und Privatleute bekamen Geld nachgeworfen. Immobilienkredite zu niedrigsten Zinsen wirkten wie ein Konjunkturprogramm. Plötzlich bekam die Wirtschaft doch noch die Kurve und es ging wieder bergauf. Doch dieses Wachstum wurde im Wesentlichen durch billiges Geld erkauft, welches in wenige nützliche und noch mehr unnütze Investitionen geflossen ist. Jetzt endet die Zeit der günstigen Finanzierung. Die Leitzinsen wurden in den USA bereits angehoben und Ankaufprogramme in Europa laufen aus. Jetzt nehmen die Sorgen in der Wirtschaft und am Finanzmarkt zu, denn ohne eine günstige Finanzierung endet die Wachstumsparty.

Short Signal ID 2248

Der Deutsche Aktienindex legte am Freitag einen fulminanten Ausbruch hin. In der Wochenendanalyse zum DAX erklärten wir, warum es zu einer Schieflage in den Depots kam, und dass dieser Anstieg kein Ausdruck von Zuversicht sein könne. Rein technisch betrachtet müsste der DAX trendfolgend seinen Weg nach Norden fortsetzen. Aktuell sieht es so aus, dass seine Chance weiterhin besteht, solange er den Kursbereich bei 11.000 Punkten verteidigen kann. Es wird spannend werden, welche Marktgruppe sich an dieser kritischen Marke durchsetzen kann. Fällt der Index unter die besagte Marke zurück, dann werden sich die Verkäufer wieder in Position bringen.

Die neue Woche zeigt, dass die Investoren konjunkturelle Sorgen plagen. China wächst nur noch langsam und wenn der Motor bei der asiatischen Konjunkturlokomotive stockt, dann werden auch bald weitere Länder bremsen müssen. Alleine der Grund, dass sich die Konjunktur abkühlt, ist nicht die wahre Ursache für die Sorgen im Markt. Es geht vor allem um die explosive Kombination, dass sich das Wirtschaftswachstum abschwächt, während Staaten und Unternehmen hoch verschuldet sind.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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