Indikatoren-Trading

Die Börsenkurse rauschen in den Keller. Auffallend ist, dass der Abverkauf über alle Bereiche hinweg passiert und das die Kurse wie im Crash stark nachgeben. Der Kursrutsch begann gestern Abend, als die US-Notenbank FED die Leitzinsen angehoben hatte. Schnell begannen die Kurse zu bröckeln und dann startete eine Lawine, die sich nicht mehr bremsen ließ. Der Schuldige für den Kurseinbruch war sofort gefunden. Die FED hätte angeblich einen Fehler gemacht. Das stimmt jedoch nicht.

An der Börse ist das Offensichtliche nicht immer auch das Zutreffende. Die FED hat ihre Entscheidung zur US-Geldpolitik getroffen und sofort drehten die Indizes nach Süden. Manch ein Beobachter würde nun rückschließen, dass die US-Notenbank etwas Ungewöhnliches entschieden hat. Dem ist nicht so. Eine Zentralbank ist nicht der verlängerte Arm der Politik. US-Präsident Trump hat noch bis zuletzt versucht Einfluss zu nehmen und vor einer Zinsanhebung gewarnt. Seine Worte waren „macht keinen Fehler“. Dabei macht die US-Notenbank keinen Fehler, sondern nur ihre Arbeit.

Nasdaq 100, Tageschart, Stand 6342 Punkte

Am gestrigen Abend kam es zu einer panischen Reaktion an den Märkten. Der DAX fiel in einem Atemzug von 10.790 Punkten bis 10.610 Punkte. Zur gleichen Zeit stürzten die Kurse an der Nasdaq ab. Aus 1 % Plus wurde in sehr kurzer Zeit ein Minus in Höhe von 2 %. Panik machte sich breit.

Warum fällt die Reaktion des Marktes so desaströs aus? Zum einen ist eine Zinsanhebung (die im Vorfeld vom Markt erwartet wurde) ein Problem für eine hoch verschuldete US-Wirtschaft. Es wird dann für Unternehmen schwieriger an frisches Geld zu kommen. Hier ist wichtig zu verstehen, dass es nicht die Schuld der FED ist, dass die Unternehmen verschuldet sind. Man zeigt hier mit dem Finger auf die Falschen.

Zudem hat den Marktteilnehmern missfallen, dass der FED-Chef Powell in der Pressekonferenz vom unteren Ende der Range für einen neutralen Zins sprach. Damit sind weitere Zinserhöhungen bis auf ein normales Niveau wohl noch in der Planung, so die Interpretation der Investoren. Diese Information schmeckt den Anlegern überhaupt nicht, da sie ebenfalls (wie im vorherigen Absatz beschrieben) zu höheren Kosten der Unternehmen bei der Finanzierung führt.

Es ist jedoch zu unterstreichen, dass die Zentralbank zu allererst die Währung eins Landes hüten muss. Im Falle der US-Notenbank sollen auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Die FED sieht jedoch keine wirtschaftlichen Probleme aufkommen und geht diesen Weg bei ihrer Geldpolitik. Nur diejenigen Unternehmen haben jetzt schlechte Karten, die sich in der Niedrigzinsphase verschuldet haben. Diese zittern nun, dass ihnen das Geld ausgehen wird. Eine Pleitewelle wird die Folge sein. Deshalb beeilen sich die Investoren, um aus dem Finanzmarkt herauszukommen. Auch hier muss angemerkt werden, dass der US-Markt mit Ramschanleihen (Junkbond), kein unbekanntes Marktrisiko ist. Alle wussten, was sie taten.

Es ist wichtig, die Zusammenhänge zu kennen. Denn nur so lassen sich die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Unser Buchtipp „Verstehen Sie Geld?“ hilft den Durchblick zu erhalten.

Der heftige Abverkauf an den Märkten ist nicht die Schuld der FED. Sie macht nur ihre Arbeit. Schuld sind die Anleger, die die Kurse im Vorfeld so weit in die Höhe getrieben haben. Schuld sind die Investoren, die bereitwillig Geld den vielen Fast-Pleite-Unternehmen zur Verfügung gestellt haben. Diese stehen nun stark im Risiko und daher entstehen die Schockwellen an den Märkten.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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