Buchtipp

Die Anleger schauten am gestrigen Tag nach Berlin, weil im Verkehrsministerium der Bundesminister mit den Autobossen zusammenkam. Es ging wieder einmal um das Thema Hardwarenachrüstung. Anleger hofften zum wiederholten Mal, dass sich eine Lösung abzeichnen könnte, die auf die Produkte vom Baumot zugreifen würde. Die Hoffnung platzte am Nachmittag und sofort gab der Aktienkurs stark nach. Was wurde beschlossen und warum trennen sich die Investoren von diesem Wert?

An der Börse ist der Moment der Hoffnung wertvoller, als das Ergebnis selbst. Solange die Gerüchteküche am Brodeln ist, steigt der Aktienkurs. Werden dann Zahlen oder ein Resultat aus einem wichtigen Meeting verkündet, dann ändert sich die Meinung (weil Konkretes vorliegt) und die Spekulation nimmt schnell ein Ende. So gesehen gestern bei Baumot, als der Aktienkurs kurzzeitig bis zu 2,75 Euro ansteigen konnte und dann aber rasant fiel. Warum kam es plötzlich zum Stimmungsumschwung?

Baumot, Tageschart, Stand 2,34 Euro

Die Ausgangslage für das Gipfeltreffen im Verkehrsministerium war schon etwas suspekt. Da trifft sich ein Verkehrsminister Scheuer mit den Autobossen, die nun die Kosten für eine Hardwareumrüstung übernehmen sollen. Dabei war es Scheuer selbst, der monatelang die Autoindustrie geschützt hat (lesen Sie mehr über die Abhängigkeiten). Das passte nicht zusammen.

Damit alle Parteien das Gesicht wahren können, wurde eine entsprechende Lösung gesucht und man muss sagen, auch gefunden. In den Medien wird herumgereicht, dass VW und Daimler nun bereit sind, 3.000 Euro aufzubringen, um ältere Dieselmodelle sauberer zu machen. Vor allem wird das als Erfolg der Regierung verkauft, weil zuvor nur 2.400 Euro geboten wurden.

Was bei der ganzen Diskussion untergeht, ist, dass diese 3.000 Euro an sehr viele Bedingungen gebunden sind. Nicht jedes Dieselmodell kommt infrage, nicht jeder Ort darf dieses Geld in Anspruch nehmen, nicht jede Hardwarelösung kommt in Betracht. Die Autoindustrie hält sich sehr bedeckt. Das gestrige Treffen war keineswegs ein Erfolg, sondern eine Nullnummer.

Die Baumot Aktie trat sofort den Rückzug an und fiel stark. Ihre Lösung hat nämlich einen Haken. Nicht nur, weil keine flächendeckende Lösung kommen soll, sondern dass eine Hardwarelösung unbedingt vom Bundeskraftfahrtsamt zertifiziert sein muss und da ist bisher nichts vorzuweisen.

Anleger reagieren schnell und verkaufen ihre Wertpapiere. Der Aktienkurs fällt dadurch wieder unter die Widerstandslinie bei 2,60 Euro und auch unter die Trendlinie bei 2,55 Euro. Damit schwinden die Hoffnungen auf einen positiven Kursverlauf. Das war nix!

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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