Indikatoren-Trading

Der DAX kann sich in den letzten Tagen stramm nach Norden bewegen. Plötzlich, so der Eindruck, sind alle Lasten von seinen Schultern gefallen und der Index genießt den positiven Kursverlauf. Natürlich sind die Schwierigkeiten am Markt weiter vorhanden, doch sie rücken durch den morgigen Abrechnungstag in den Hintergrund. Anleger sollen den aktuellen Kursanstieg daher mit Vorsicht genießen und ihn für das halten, was er ist, nämlich vorübergehend.

Noch am Anfang der Woche war das Zittern an der Börse groß, dann nämlich, als die Marktteilnehmer Sorge vor einer Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hatten. Diese nächste Eskalationsstufe wurde dann auch gezündet, doch der Markt reagierte anders als erwartet. Die Kurse stiegen. Angeblich hätten die Anleger genug von dem Thema Handelsstreit, so die mediale Interpretation, und würden sich nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Der DAX befindet sich in dieser Woche in den Zwängen größerer Marktakteure, weil am Freitag Optionen und Futures auslaufen. Spätestens nächste Woche ändert sich die Ausgangslage deutlich.

DAX, Tageschart, Stand 12.283 Punkte

Blickt man auf die Tageskerzen der letzten Handelstage, dann zeigen sich deutlich weiße Kerzen, die kaum Lunten und Dochte ausweisen. Das sagt aus, das der Kursverlauf stramm einseitig verlaufen ist. Man eröffnete den Tag tief und schloss am oder in der Nähe des Tageshochs. In so einer Zeit nimmt die Volatilität ab und der Kursanstieg sieht aus, als wäre er wie an der Schnur gezogen.

Auch im Stundenchart ist dieses irrationale Verhalten zu erkennen. Der DAX vermeidet jede Form eines Rücksetzers, obwohl diese naheliegend und wahrscheinlich wäre. Am Markt ist man sich einig, das sich die großen Marktteilnehmer den Index zurechtlegen. Damit ist gemeint, sie hieven den Index in die Zone an der ein Abrechnungsstand für die Mehrheit der Beteiligten finanziell Sinn machen würde.

Das obige Chartbild zeigt jetzt, dass der DAX auf der Oberseite auf einen Widerstandsbereich zusteuert. Dieser verläuft bei 12.311 Punkten. Hier sollte der laufende Anstieg zum Erliegen kommen. Zum einen wegen den charttechnischen Gegebenheiten und zum anderen, weil auf diesem Niveau die Marktteilnehmer einen weiter steigenden DAX nicht mehr pushen brauchen.

Die spannende Frage lautet daher, wie werden die Marktteilnehmer reagieren? Einen dauerhaften Anstieg gibt der Markt nicht her, weil die Probleme ja nicht vom Tisch sind. Immer mehr Unternehmen überzeugen mit vorgelegten Zahlen nicht oder müssen ihre Prognosen reduzieren. Da ändert auch ein DAX, der ein paar Tage ansteigt, nichts. Anleger sollten daher dem laufenden Kursanstieg nicht trauen.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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