Indikatoren-Trading

Für einen Moment scheint es, als würden die Anleger wieder Gefallen an Aktien finden. Sie sehen Kaufkurse im Markt und freuen sich, dass keine schlechten Nachrichten die Stimmung trübt. Doch was die Anleger als eine Beruhigung wahrnehmen, ist nur eine Atempause. Schon bald stehen die bekannten Konfliktherde, wie die USA oder die Türkei, wieder im Blickpunkt. Anleger sind daher unschlüssig, welchen Signalen sie trauen sollen. Folgende Schlüsselmarke beim DAX gilt es dabei zu beachten.

In der vergangenen Woche waren die Marktteilnehmer froh, dass der US-Präsident Trump den Handelsstreit mit seinen Partnern nicht weiter angefacht hat. Keine schlechte Nachricht gilt an der Börse derzeit bereits als ein Grund zur Freude. Dabei agiert der US-Präsident als Geschäftsmann und fällt mit unfairen Praktiken auf. Er kündigt einseitig Abkommen, deutet gleichzeitig Gesprächsbereitschaft an, um dann doch weiter die Daumenschrauben anzuziehen. Im Handelsstreit mit China ist dieses Verhalten gut zu beobachten. Während man von Verhandlungsbereitschaft redet, und vor allem die Anleger an der Wall Street beruhigt, plant man im Hintergrund die nächste Welle von Strafzöllen. Solch eine Überraschung wird die Anleger in der nächsten Woche treffen.

DAX, Stundenchart, Stand 12.124 Punkte

Und noch ein Ereignis beschäftigt die Anleger, nämlich der Zustand der Türkei. Man hat Sorge, dass eine Krise in dem Schwellenland auch Europa vor Problemen stellen könnte. Besonders ging es hier um die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank, an der man Zweifel geäußert hatte. Nun hat diese die Leitzinsen deutlich, und mehr als vom Markt erwartet, angehoben. Sofort schien der Markt beruhigt, weil die Unabhängigkeit wieder hergestellt sei. Gleichzeitig tobte der türkische Präsident Erdogan. Er plädiert bekanntermaßen für tiefere Zinsen. Hier sollte man wissen, dass in der Türkei nichts ohne den Segen des Allmächtigen Präsidenten läuft. Gespielt wird hier Bad Cop und Good Cop. Der Präsident poltert, um sein Gesicht zu wahren und das Volk auf seiner Seite zu halten. Die Zentralbank hebt das Zinsniveau an, um die Investoren zu beruhigen. Die Türkei braucht das Kapital der Geldgeber und daher muss sie sich dem Druck des Marktes beugen.

Short Signal ID 2154

Sowohl der Hinweis auf die US-Politik als auch die Erklärung zur türkischen Politik zeigen die Unsicherheit mit der die Marktteilnehmer zu hadern haben. Daher ist die Beruhigung an den Börsen mit Vorsicht aufzunehmen. In der neuen Woche hängt für den DAX viel von der Marke bei 12.130 Punkte ab. Kann der Index diesen Bereich überstiegen, dann trägt der Optimismus der Anleger den Index noch bis an den Bereich bei 12.400 Punkten hinauf. Diese Option ist durchaus im Rahmen des Möglichen, weil es dem Index gelang, eine obere Begrenzungslinie eines fallenden Trendkanals zu überwinden, wie der Blick auf das obige Chartbild zeigt.

Sollte der DAX gleich zu Beginn der Woche an dem Widerstandsbereich bei 12.130 Punkten scheitern, dann geht es wieder abwärts an die Marke bei 11.890 Punkten. Im großen Bild wird weiterhin an einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation (hier Analyse ansehen) gebastelt. Die Aktivierung dieses Trendwendemusters wurde zwar im ersten Anlauf gerade noch verhindert, doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Anleger den sich verschlechternden Rahmendaten annehmen werden.

Die derzeit laufende Aufwärtsreaktion verläuft auf wackligen Beinen. Anleger sollten die weitere Entwicklung mit Vorsicht verfolgen und die Reaktion der Marktteilnehmer an der genannten Schlüsselmarke beachten.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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