Buchtipp

Die Continental Aktie notieren tief im Minus, nachdem das Unternehmen eine Gewinnwarnung herausgegeben hat. Marktteilnehmer hatten mit dieser überraschenden Meldung nicht gerechnet und beeilen sich nun ihre Aktien zu verkaufen. Der Kursrutsch ist heftig und lässt manch einen Anleger sprachlos zurück. Das ein DAX-Wert so stark unter die Räder kommt, ist für manche Aktionäre fremd. Dabei steuert diese Aktie noch weit tiefere Ziele an, wie der Blick auf das Chartbild zeigt.

Das sich die wirtschaftliche Tätigkeit in Deutschland und innerhalb der EU verlangsamt, ist nicht neu und wurde in diesem Blog immer wieder thematisiert. Daher ist es geradezu natürlich, dass nun immer mehr Unternehmen ihre ambitionierten Ziele nicht erreichen werden. Bei Continental handelt es sich gar bereits um die zweite Prognosekürzung in diesem Jahr, d. h. man wird auch die verkleinerten Ziele nicht mehr erreichen können.

Continental, Wochenchart, Stand 163,60 Euro

Der Blick auf das obige Chartbild zeigt, das der Aktienkurs seit Beginn 2018 nur eine Richtung kennt und die ist stark abwärts. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Wochenkerze Anfang Juli, da diese zum Bruch einer wichtigen Trendlinie geführt hat. Zuvor wurde in einer Seitwärtsbewegung versucht Schlimmeres zu verhindern, doch der Verkaufsdruck war zu hoch.

Jetzt rutscht der Aktienkurs mit hohem Tempo in den Keller. Das erste Kursziel bietet sich bereits bei 158 Euro an. Hier verläuft eine Unterstützungslinie. Die Schwierigkeit wird sein, dass sich trotz des optisch günstigen Kurses kaum jemand finden sollte, der bei solch einem heftigen Kursrückgang unbedingt Continental Aktien erwerben möchte. Man wird sich hüten.

Daher ist es wahrscheinlich, dass die angesprochene Unterstützungslinie aufgegeben wird. Erneut rutscht der Aktienkurs daraufhin ab und erreicht auch den Bereich bei 137 Euro. Da sich an dieser Stelle ein markantes Tief aus dem Jahre 2014 befindet, werden sich einige Anleger Hoffnungen machen und dort ein belastbares Tief vermuten. Aufkommende Nachfrage sollte kurzzeitig zu einem Kursanstieg bis in den Bereich bei 158 Euro führen.

Sollte der Anstieg an der ehemaligen Unterstützungslinie (dann Widerstandslinie) scheitern, davon ist derzeit auszugehen, geht es erneut abwärts. Diesmal rutscht der Kurs auch unter das Tief bei 137 Euro und steuert sein abschließendes Kursziel bei 112 Euro an.

Anleger sollten sich bewusst machen, dass noch immer nur einzelne Unternehmen ihre Gewinnziele zurückschrauben. Der große Knall kommt daher erst noch, wenn die lahmende Konjunktur für alle offensichtlich sein wird. Das Dilemma mit den Prognosen liegt darin, weil sich die Wirtschaft zu sehr auf endlosem Wachstum fokussiert (mehr dazu hier). Unternehmen wollen immer mehr und irgendwann erkennt man dann, dass diese Ziele gar nicht erreichbar sind.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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