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Der Magier der Märkte, der EZB-Chef Draghi, hat es mal wieder geschafft. Er hat den süchtigen Anlegern gegeben, was sie wollen, ohne dabei auf die Langzeitfolgen seiner Politik Rücksicht zu nehmen. Auf seiner gestrigen Pressekonferenz erklärte er, wie das umstrittene Anleihe Aufkaufprogramm verringert wird, ohne es tatsächlich zu tun. Dieser Trick hat funktioniert. Die Medien berichten fleißig und die Anleger kaufen eilig. Der DAX markiert einen neuen Rekordstand. Was hat die EZB vor und kann sie womöglich nicht anders?

Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank sollen eigentlich die Währung Euro hüten. Das klingt naheliegend, doch sie machen alles andere als das. Gestern erst zerriss es die Gemeinschaftswährung, sie fiel deutlich. Von einer unterstützenden Maßnahme kann keine Rede sein. Was war geschehen?

Die EZB hat ihr umstrittenes Anleihe Aufkaufprogramm verlängert, diese Maßnahme jedoch in einen Schafspelz verpackt. Diese hatte bisher ein monatliches Volumen von 60 Mrd. Euro und sollte bis Ende dieses Jahres laufen. Das Volumen hat man jetzt auf 30 Mrd. Euro im Monat verringert, hat jedoch die Laufzeit bis September 2018 verlängert. Das bedeutet eindeutig, dass die bisherigen Aufkäufe fortgesetzt werden.

Die Medien jedoch sind dieser Reduzierungsangabe auf dem Leim gegangen. Sowohl in verschiedenen Artikeln im Internet und auch in den TV-Nachrichten überwiegt die Meinung, dass die EZB auf die Bremse treten würde und ihr Ankaufprogramm reduzieren würde. Überall sind solche Titel nachzulesen. Sie stimmen nur nicht. Das wäre genauso, als würde ein Raucher sagen, er ziehe an seinem Glimmstängel nicht mehr 20-mal, sondern nur 18-mal und würde damit das Reduzieren seines Zigarettenkonsums ausdrücken wollen. Letztendlich wird weiter geraucht.

Schnell haben die Aktienmärkte reagiert und sind in einen Spurt übergegangen. Dem Aktienindex DAX gelang ein Anstieg bis in den Bereich bei 13.140 Punkten, der am heutigen Tag noch ausgebaut wird. Die Haltung der Anleger ist hinlänglich bekannt, nämlich, dass das billige Geld der Zentralbanken investiert werden muss und das ist derzeit am Immobilien- und am Aktienmarkt der Fall.

Die EZB hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der sie nicht herauskommt. Sie hat die Staaten, die Unternehmen und die Investoren nach billigem Geld süchtig gemacht. Sowohl die Börsenhausse, der Immobilienboom, als auch das Wirtschaftswachstum sind erkauft durch die stimulierende Maßnahme der Geldhüter. Würden diese tatsächlich auf die Bremse treten, dann würde das Kartenhaus schnell in sich zusammenfallen und das mit all seinen schmerzhaften Konsequenzen.

Also macht man weiter wie bisher und versucht den Akteuren Sand in die Augen zu streuen. Die Handlungen der EZB werden so kommuniziert, als wolle man die geldpolitischen Zügel straffen, so als wolle man der Phase des billigen Geldes ein Ende setzen. Tatsächlich ist die ausgeführte Handlung gegenteilig, wie am gestrigen Tag gesehen. Man täuscht sie alle. Und die EZB hat bereits für die kommenden Sitzungen vorgesorgt. Sie unterstrich , dass falls erforderlich, auch der nächste Endtermin verlängert werden kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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