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Der Aktienmarkt kann sich pünktlich zur Bundestagswahl in einem schönen Licht präsentieren. Das freut nicht nur die Wähler. Offenbar haben Investoren keine Sorgen mehr, was die Zukunftsaussichten der Unternehmen angeht und erwarten eine satte Gewinnentwicklung. Anleger können sich nur noch steigende Kurse vorstellen und darin liegt eine besondere Gefahr. Eine überraschende Wende in der Trendrichtung sollte in der kommenden Woche deshalb nicht verwundern.

Obwohl sich der DAX Mitte August in schwerem Fahrwasser befunden hat, konnte er sich aus seiner Not befreien. Besonders die irrationalen Kursbewegungen an den US-Börsen, die auf eine heftige Übertreibung hindeuten, zogen den deutschen Index nach sich. Dieser Befreiungsschlag steht nun vor einer Richtungsentscheidung. Die Anleger werden in den kommenden Tagen die Richtung für den Herbst festlegen.

DAX, Tageschart, Stand 12.592 Punkte

Eine Phase der Übertreibung ist nur dann als solche zu erkennen, wenn der Anleger solch eine Zeit auch mal erlebt hat. Kurse steigen in solchen Phasen grundlos und zumeist auch viel zu stark. Indizes scheinen nur eine Richtung zu kennen. Tageskerzen steigen hoch und höher. Es kommt zu einer Aneinanderreihung von vielen positiven Kerzen, ohne dass es zu einer Korrektur kommt. Immer mehr Anleger begeistern sich für die Börse, ohne sich mit ihr zu beschäftigen.

Es wurde an dieser Stelle schon einmal darauf hingewiesen, dass der Markt krankt. Er ist nicht mehr in der Lage aus sich heraus zu agieren. Anders ausgedrückt, er ist in seinem Mechanismus des Reagierens gefangen. Der heutige Aktienmarkt agiert nicht mehr, er reagiert nur noch. Da sehr viele Marktgruppen sich nun auf das passive Investieren konzentrieren (z. B. ETF) kommt es kaum noch zu Kursbewegungen. Ohne diese erste Bewegung werden alle folgenden möglichen Transaktionen nicht ausgelöst. Daher kann sich der DAX im Tagesverlauf häufig nicht mehr wirklich fortbewegen. Man wartet auf einen Impuls. Der Anstieg der letzten Tage ist der Grundannahme der Marktteilnehmer geschuldet, dass jeder Kursrückgang als kaufenswert interpretiert wird. Das ist jedoch nicht nachhaltig.

Unser Signalservice

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Der deutsche Leitindex hat jetzt einen Bereich erreicht, der entscheidend für die kommenden Monate sein wird. Bleibt der Index unterhalb von 12.676 Punkten hängen, dann sollten sich die Verkäufer durchsetzen können. Die Tageskerze vom Freitag zeigt bereits eine Verkaufsbereitschaft der Anleger an. Obwohl das Tageshoch höher gewesen ist, kamen die Notierungen zurück und schlossen unterhalb von 12.600 Punkten.

Auch die Wochenkerze mahnt zur Vorsicht, denn diese zeigt einen Doji an, der eine Unsicherheit über die weitere Richtung am deutschen Aktienmarkt ausdrückt. Das erreichte Niveau wird sofort zu Wochenbeginn wichtige Signale an die Anleger aussenden, auf die es zu achten gilt.

In der Gesamtbetrachtung ist von einer ABC-Korrektur auszugehen. Der DAX würde sich jetzt am Beginn der Welle C befinden. Diese sollte den Index auf eine tiefere Zone als den Endpunkt von A führen. Demnach lautet das Mindestziel 11.867 Punkte. Wahrscheinlich ist jedoch ein Ansteuern des Preisbereiches bei 11.600 Punkten.

Der Herbst wird ein heißer werden, wie man an der Börse zu sagen pflegt. Anleger sind gerade berauscht und werden daher die überraschende Wende am Aktienmarkt nicht erkennen. Diese wird es jedoch in sich haben. Wir halten Sie über aktuelle Einschätzungen auf dem Laufenden (hier geht es zum Newsletter).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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