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Verfolgt der Investor die wilden Kursbewegungen der letzten Tage, dann überkommt ihn das Gefühl, der Aktienmarkt sei außer Kontrolle. Heute Morgen hatte der DAX schon wieder einen Schwächeanfall, obwohl er sich erst gestern noch als starker Index verkauft hat. Das Hin und Her ist schon nervenaufreibend. Noch schlimmer kann es nun werden, weil der DAX ein neues Tief markiert hat.

Manch ein Anleger weiß nicht mehr, was er glauben soll. Geht es dem Aktienmarkt gut oder geht es ihm schlecht? Sollen Aktien behalten werden, manche sagen sogar, bei Schwäche kaufen, oder sollten Gewinne lieber mitgenommen werden? Und was ist eigentlich aus der 10.000-Punkte-Marke geworden?

Zudem konnte der Markt zum Jahresende gar nicht schnell genug steigen. Das war Ende Dezember, als der DAX innerhalb weniger Tage um 600 Punkte zugelegt hatte. Nur der Himmel konnte die Anleger noch bremsen. Auch das neue Jahr begann flott. Erst die Bremsspur um 200 Punkte und dann der Aufwärtsdrang um 400 Punkte. Damit wurde auch das Jahreshoch bei 9794 Punkten markiert.

Wer bis dahin noch nicht an die Stärke des Marktes geglaubt hatte, wurde eines Besseren belehrt. Für einige Anleger schwand damit die letzte Hürde, endlich zu investieren. Der Kaufdruck verfehlte seine Wirkung nicht, wie in dem Artikel „DAX: Die Kaufpanik der Anleger ist gewollt“ beschrieben.

Die Sorge, etwas verpasst zu haben, ist nun allgegenwärtig. Jeder Anleger drängt plötzlich in den Markt, um bloß nicht zu spät kommen. Diese Panikreaktion ist gewollt.

Jetzt notiert der Index bei 9200 Punkten, weit weg von der 10.000-Punkte-Marke, und hat damit ein neues Verlaufstief hingelegt. Dies ist trendbestätigend. Die Ampeln, auch die der vielen Handelscomputer, sind nun ebenfalls auf Short, wenn sie es bisher nicht waren.

Die Euphorie vom Jahresbeginn ist schnell verflogen. Niemand blickt noch in die Vergangenheit und rechnet vor, wie viel Prozent der DAX gestiegen ist. Allein schon der gestrige nachmittägliche Anstieg um 120 Punkte erscheint mit dem heutigen Kursverlauf im Hinterkopf als ein schlechter Scherz.

Im Moment sehen die Börsianer fallende Kurse und sind wie gelähmt, dass der Markt überhaupt so stark fallen kann. Manch einer scheint doch zu verkaufen, während vor allem menschliche und private Anleger noch dem Kursverfall zusehen und sich einen Reim drauf machen wollen.

Wer bisher nicht verkauft hat, der hält sich mit diesem Schritt noch zurück, weil er hofft, dass spätestens bei 9000 Punkten Schluss mit den Verkäufen ist. Hat der Börsianer das bei 9400 Punkten nicht auch schon gehofft?

Obwohl eigentlich die Anleger den DAX vor sich hertreiben sollen, ist das derzeit anders. Die Anleger sind die Gejagten. Von den letzten acht Handelstagen waren sechs negativ, zwei davon mit deutlichen Verlusten. Der DAX fällt, die Anleger verkaufen und weil die Kurse sinken, verkaufen in der Folge weitere Anleger. Genauso war es bei dem vergangen Anstieg ebenfalls, nur mit umgekehrten Vorzeichen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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