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In der perfekten Fassade des DAX ist nun ein Riss. Die Anleger sind unsicher geworden, ob es mit den ewig steigenden Kursen so weitergeht. So schnell kann also die Euphorie verlorengehen. Das war vor kurzer Zeit noch anders. Gleichzeitig fragt sich der Anleger, ob er nicht früher hätte verkaufen sollen und was passieren würde, wenn aus der kleinen Korrektur bald eine große wird. Doch dann folgt das „Aber“ und die Welt ist gedanklich wieder in Ordnung.

Die Börse liebt Entscheidungen. Kaufen oder Verkaufen, Hoch oder runter, DAX oder Dollar, immer muss sich der Investor entscheiden, was er als nächstes tuen will. Er muss sich auf eine Sache festlegen. Das ist mühsam und gar nicht so einfach.

Wie soll sich nun der Anleger nach dem Kursknick der letzen Woche verhalten? War das ein Warnschuss des Marktes und der Börsianer soll seine Sachen packen und all seine Wertpapiere veräußern? Das ist eine berechtigte Frage. Niemand will nachher dastehen und höheren Kursen nachtrauern müssen. „Hätte ich doch nur damals verkauft“, ist eine sehr bekannte Ausdrucksweise unter Börsianern.

Der plötzliche Verlust der Euphorie und das Aufkommen negativer Nachrichten über Währungsturbulenzen (z. B. türkische Lira), Kapitalflucht und Wachstumsschwäche sind nicht einladend für weiter steigende Kurse. Also überlegt der Anleger und fragt sich nach dem Ausmaß der Korrektur.

Schon zwei Mal ist der DAX mit Schwäche in den Monat gestartet. Anfang Dezember letzten Jahres und Anfang Januar diesen Jahres. Beide Male schien eine helfende Hand die beginnende Korrektur abzuwenden, der Index konnte sich schnell wieder erholen. Diesmal jedoch ist der Wille der Verkäufer stark, diesmal könnte es den Index erwischen und die Aktienkurse könnten purzeln.

Da ist jedoch noch das „Aber“, das an den Gedanken des Anlegers nagt. Mit dem Wort verbindet er die Sorge, dass er die Börse nicht zu früh verlassen will. „Aber wenn die Kurse wieder steigen, sobald ich meine Aktien verkauft habe“, oder wenn das nur ein kurzes Schütteln ist, um die ängstlichen Anleger abzuhängen, dann will man zu den Mutigen gehören und weiter drinbleiben.

An der Börse hilft der Ausdruck „Hätte, Wenn und Aber“ nicht viel. Denn das suggeriert, dass der Anleger eine Entscheidung hätte treffen sollen und dies nicht getan hat. Wer sich nicht entscheidet, muss damit leben, was ihm vorgesetzt wird. Da helfen leider auch Ausflüchte wenig.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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