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Die Aktienkurse steigen jetzt schon seit mehreren Jahren. Besonders die Liquiditätsversorgung der Zentralbanken und die mangelnden Alternativen haben einen Run auf Aktien ausgelöst. Nun fragen sich Anleger, wer denn nach diesem starken Anstieg noch Aktien kauft. Denn eine Aktie, die zuvor 10 Euro gekostet hat und jetzt 20 Euro kostet, will doch niemand mehr haben, oder?

Ein Wertpapier ist erst mal, was es ist, ein Stück Papier. Es hat keinen Wert, sondern der Aktienkurs kommt durch die Hoffnungen der Marktteilnehmer zustande. Bei Aktien ist das Wort „teuer“ daher relativ. Wenn ein Anleger einen anderen findet, der bereit ist, den geforderten Betrag für eine Aktie zu zahlen, dann kommt ein Geschäft zustande. Daraus folgt natürlich die Frage, wieso das jemand machen sollte.

Warum sollte jemand, der eine Aktie für 10 Euro nicht haben wollte, eine Aktie für 30 Euro haben wollen, ist die Frage, die sich anschließt. Zum einen sind da die vorsichtigen Anleger, diese trauen sich nicht, bei 10 Euro zuzugreifen, weil sie Sorge haben, der Kurs der Aktie könnte vielleicht tiefer fallen. Sie warten, bis sich der Aktienkurs wieder nach Norden bewegt und die Stimmung am Markt sich bessert. Dann erst erwacht ihr Interesse.

In die gleiche Richtung denken diejenigen Investoren, welche auf den Trend setzen. Sie wollen erst mal den Beweis, dass eine Aktie höhere Hochs erreichen wird. Kann der Aktienkurs von 10 Euro auf 15 klettern, dann auf 12 fallen, dann auf 18 steigen, dann auf 15 fallen und dann wieder ansteigen, eben an die beispielhaften 20 Euro, dann erst ist für diese Gruppe die Sicherheit für den Einstieg gegeben. Sie kaufen dann bei 20 Euro.

Manche Investoren orientieren sich an der fundamentalen Lage des Unternehmens. Als der Aktienkurs bei 10 Euro war, hatte das Unternehmen Schwierigkeiten mit den Unternehmenszahlen. Jetzt sind vielleicht neue Produkte auf den Markt gekommen und die Aussicht auf bessere Zahlen steigt. Also ändert dieser Anleger seine Meinung (er wollte die Aktie für 10 Euro nicht) und glaubt an eine fundamental gerechtfertige positive Zukunft. Er steigt ein bei 20 Euro.

Alle Käufer eint, dass sie an eine bessere Zukunft glauben und daher mit einem Anstieg des Aktienkurses rechnen. Sie hoffen, dass der Aktienkurs von 20 Euro auf 30 steigt. Bei jedem neuen Preis kommen neue Aktionäre hinzu, die genau diesen Wert zu diesem Preis haben wollen und es gibt andere, die zu diesem Preis verkaufen wollen. Für die Verkäufer reicht z. B. ihr bisheriger Gewinn und sie trauen dem Aktienkurs nicht mehr viel zu. Jeder Anleger hat seine eigenen Gründe für den Kauf oder den Verkauf einer Aktie.

Es gibt an der Börse kein hohes oder tiefes Niveau, wie man das von Waren kennt. Ein Laib Brot für 2 Euro ist angemessen, für 8 Euro aber zu teuer. Solch eine Rechnung kennt die Börse nicht. Eine Aktie, die 20 Euro kostet und zuvor 10 gekostet hat, kann auch 40 Euro kosten oder 60 Euro.

An der Börse braucht es nur einen Käufer und einen Verkäufer, die sich im Preis einigen. Solange beide Parteien mit dem Geschäft zufrieden sind, kann ein Aktienkurs jeden Preis erreichen. Man erinnere an dieser Stelle an die Kurskapriolen der VW-Aktie (hier), welche innerhalb weniger Tage von 200 Euro auf 1000 Euro gestiegen ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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