Service

Wer an der Logik der Börse gezweifelt hat, der fühlt sich solch einem Tag wie heute wieder einmal bestätigt. Der DAX schießt nach oben, als gäbe es kein Morgen mehr, obwohl genau dieser am gestrigen Tag gar nicht schnell genug zum Ausgang rennen konnte. Und als die US-Arbeitsmarktdaten besser als erwartet veröffentlicht wurden, hat das den DAX sofort satte 90 Punkte gekostet. Die Anleger handeln wirr. Das mag daran liegen, dass man an einem fortwährenden Börsenanstieg zweifelt.

Mit Spannung wurde der heutige Freitag erwartet. Manch ein Anleger rechnete insgeheim mit einem Crash, einem Blutbad oder einfach einem schwarzen Freitag. Die Kurse sollten so richtig in sich zusammenfallen, war der unausgesprochene Wunsch. Diese Hoffnung wurde vom schwachen Donnerstagshandel genährt. Da gab es bereits einen deutlichen Schwächeanfall am deutschen Aktienmarkt. Berücksichtigt man noch den schwachen Jahresauftakt, dann war die obige Erwartungshaltung gar nicht so weit hergeholt.

Bis 14:28 Uhr kannte der DAX nur eine Richtung, nämlich nach Norden. Vergessen war der gestrige Kurseinbruch. Ob wirklich vergessen oder nur ignoriert, zeigte sich dann zur Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Diese waren deutlich besser ausgefallen, als der Markt erwartet hatte. Von 7,0 % ging die Arbeitslosenquote auf 6,7 % runter. Darüber müssten sich die Investoren eigentlich freuen, weil Arbeitskräfte benötigt werden und die Wirtschaft Arbeit zu vergeben hat. Weit gefehlt.

Die Anleger verkauften ihre Anteile schneller, als das Auge den DAX-Einbruch verfolgen konnte. Denn die Anleger denken um die Ecke. Sie freuen sich nicht über die Fakten (gute Daten), sondern sie denken, was die anderen Marktteilnehmer davon halten würden und versuchen, diese darauf folgende Handlung vorwegzunehmen. Klingt krank? Ist es wohl auch etwas.

Um den Einbruch im DAX zu verstehen, muss man wissen, dass sich die amerikanische Notenbank FED festgelegt hatte, die Niedrigzinsen solange beizubehalten, bis die US-Arbeitslosenquote 6,5 % erreicht. Jetzt droht dieser Wert schneller erreicht zu werden, als vielen FED-Mitgliedern lieb ist.

In diesem Fall würde sich die Zeit der billigen Zinsen zu Ende neigen und auch die Stützungsmaßnahmen würden reduziert werden. Wer jetzt noch weiß, dass der Aktienmarkt bisher durch billiges Geld angefeuert wurde, der kann sich die Sorgen der Anleger nun schnell ausmalen. Ohne billiges Geld gibt es keinen Aktienanstieg mehr, also werden Wertpapiere schnell verkauft.

Die Börse ist zu keiner Zeit logisch. Wenn jedoch gute Wirtschaftsdaten schlecht aufgenommen werden und schlechte als gut, dann merkt der Beobachter sofort, dass der Aktienmarkt nichts mehr mit der Wirtschaftsentwicklung zu tun hat. Wie lange wollen sich die Investoren noch von den Zentralbanken durchfüttern lassen?

Die Luft wird dünner am Aktienmarkt. Die Kursbewegungen seit Jahresbeginn zeigen eine unbekannte Verkaufsbereitschaft unter den Börsianern. Dass der Anstieg an den Märkten nicht ewig so weiter gehen kann, dämmert nun einigen Marktteilnehmern.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading.de

Share This