Indikatoren-Trading

Der DAX hat im letzten Jahr um 25 % zugelegt. Diese erfolgreiche Kursentwicklung des Indexes wird nun in den Medien herumgereicht. Diese Meldung suggeriert, dass ein Aktieninvestment aus der DAX-Familie auch zu Aktiengewinnen geführt hätte. Nicht erwähnt wird, ob der Investor auch die richtigen Aktien ausgewählt hätte und dass die Aussagekraft dieser Zahl gering ist.

Leser solcher Erfolgsmeldungen vom Aktienmarkt fühlen sich alsbald unwohl in ihrer Haut. Sie glauben, dass auch sie lieber hätten investieren sollen, um vom erfolgreichen Börsenjahr 2013 zu profitieren. Dieses negative Gefühl ist jedoch ein Trugschluss, denn nur weil ein Aktienindex gestiegen ist, heißt das noch lange nicht, dass auch jede Aktie gestiegen ist.

Bei vielen Anlegern knallen die Korken und bei einigen nicht. Topwerte im DAX mit den höchsten Kursgewinnen waren die Aktien von Continental und die Aktien der Deutsche Post. Es gab auch schwache Werte, zugegeben wenige, wie den Düngemittelhersteller K+S oder die Wertpapiere von Lanxess.

Es kam also darauf an, die richtigen Werte auszuwählen. Hat sich der Investor bei der Auswahl vergriffen, dann hilft ihm auch die 25-%-Jahresperformance des Deutschen Leitindex nicht. Somit ist die reine Betrachtung des prozentualen Anstiegs wenig aussagekräftig. Das ist ähnlich der jährlichen Ausweisung der Teuerungsrate. Die Inflation wird dann im Durchschnitt mit 2 % ausgewiesen, weil Waschmaschinen und Fernseher günstiger geworden sind, der Verbraucher muss aber jede Woche an der Supermarktkasse die volle Teuerung bei Brot, Milch und Butter bezahlen. Der Supermarktkäufer merkt also gar nichts von der geringen (statistischen) Inflation.

Ein Anstieg des DAX zeigt nicht mal einen Durchschnitt aller Aktienkursentwicklungen, die in ihm enthalten sind. Das ist in der Schule anders. Während der Klassendurchschnitt jede Note gleich bewertet und dann einen Querschnitt über das Gesamtergebnis ausgibt, gibt es an der Börse wichtige Werte und weniger wichtige. Bei der DAX-Berechnung wird die Entwicklung der Aktienkurse nämlich gewichtet. Nicht jedes DAX-Unternehmen ist dem anderen gleichgestellt.

Um eine positive Entwicklung im Index zu erzielen, muss daher nicht mal die Mehrheit der Aktienwerte steigen. Es reicht schon, wenn allein die großen Zugpferde (wie Siemens, Allianz und Bayer) im Kurs zulegen, dann steigt mit großer Wahrscheinlichkeit auch der Index (sofern die restlichen Werte diesen Vorsprung nicht egalisieren können). Auf die kleineren Aktienwerte kommt es dabei wenig an. Leichtgewichte im Index sind Unternehmen wie Lufthansa, Infineon oder die Commerzbank.

Folglich ist ein Performancewert nur ein Ausdruck eines guten Jahres an der deutschen Börse. Welche Anleger mit welchen Aktienwerten und in welcher Höhe profitiert haben, lässt sich aus dieser Zahl nicht ableiten. Aus diesem Grund ist es jetzt nicht ratsam, sich von den vielen Medienmeldungen zu einem Einstieg in den Aktienmarkt animieren zu lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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