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In Deutschland freut man sich über die immer größere Zahl der Beschäftigten. Manche Arbeitgeber halten gar eine Vollbeschäftigung für möglich. Für Träumereien ist jedoch am Arbeitsmarkt kein Platz, denn verschwiegen wird, dass die Arbeitnehmer zu gering bezahlt und in unsicheren Arbeitsverhältnissen bei der Stange gehalten werden. Besser wären sicherere Arbeitsplätze mit angemessenem Gehalt. Doch genau das wollen die Arbeitgeber nicht.

In Deutschland waren 2013 41 Millionen Menschen erwerbstätig, das ist ein Rekord. Daran erfreuen sich die Medien und vor allem die Politik, weil sie vielen Menschen den Weg in die Arbeitswelt geebnet hat. Nicht gesagt wird, dass immer mehr Arbeitnehmer schlicht arbeiten müssen, weil es sonst nicht reicht. Da ist die Mutter, die arbeiten muss, weil das Gehalt des Partners nicht für eine Familie ausreicht. Da ist der Rentner, der unbedingt arbeiten muss, weil seine Rente zum Leben nicht ausreicht.

Immer, wenn es um das gute Geld geht, hört die Freundschaft zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schnell auf. Obwohl die Gewinne sprudeln, ist für die Gehälter der Mitarbeiter nie genug Budget vorhanden. Außer dem Bitten und Fragen bleibt dem Mitarbeiter nichts übrig. Er muss dann jeden vorgeschobenen Grund des Arbeitgebers akzeptieren, weil dieser am längeren Hebel sitzt. In der Regel werden Arbeitnehmer beim Thema Gehalt in die Zukunft vertröstet, aber mehr Geld gibt es kaum.

Die Aussagekraft dieser Statistik über den Arbeitsmarkt ist gering. Sie lobt zwar den Zuwachs der Beschäftigten, sagt aber nichts über die Art der Beschäftigung aus. Heute sind Mitarbeiter oftmals in Leiharbeit, Teilzeit, Minijobs oder anderen befristeten Arbeitsverhältnissen gezwängt, in denen sie wenig fordern können. Sie müssen mit dem leben, was man ihnen vorsetzt, und das ist wenig. Viele Arbeitnehmer kommen trotz Vollzeitbeschäftigung nicht über die Runden, manche müssen sogar aufstocken. Das sind hässliche Randbemerkungen, die in der schönen Statistik des Arbeitsmarktes nicht angesprochen werden.

Obwohl es der deutschen Wirtschaft gutgeht, wollen die Arbeitgeber nichts an der Verdienstsituation der Angestellten ändern. Am liebsten wäre es ihnen, wenn diese den Mund halten und weiter ihre Arbeit verrichten. So klappt es vielleicht auch bald mit der Vollbeschäftigung (Arbeitslosenquote < 5 %). Dann hätten die Arbeitgeber wieder etwas zu freuen. Sie könnten sich gemeinsam mit der Politik auf die Schulter klopfen. Nur der Arbeitnehmer, der schaut in die Röhre. Hat er doch gar nichts von den angeblichen (statistischen) Erfolgen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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