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Manch ein Börsianer hat sich den Jahresbeginn am Aktienmarkt anders vorgestellt. Der DAX fällt, und das mit Schwung. Zur Eröffnung waren es 140 Punkte Kursverlust in nur 80 Minuten. Das ist beeindruckend. Schwache Wirtschaftsdaten aus China sollen die Ursache für den plötzlichen Stimmungswandel sein. Die Investoren könnten jedoch mit dem Ende des beispiellosen Anstiegs am Aktienmarkt rechnen und ihre Gewinne realisieren. Die Anleger geraten langsam in Sorge.

Anstatt, wie von vielen Investoren erwartet,  stramm auf die 10.000-Punkte-Marke zuzusteuern, gab es heute Morgen am deutschen Aktienmarkt eine kalte Dusche für die Anleger. Kursverluste waren auf der DAX-Tafel zu sehen. Steil und direkt fiel der Index bis in den Bereich 9480 Punkte, nachdem er zuvor bei 9620 Punkten ein neues Allzeithoch markiert hatte. Dann hatten es die Investoren plötzlich eilig, ihre Aktien zu veräußern. Niemand wollte der Letzte sein, der seine Wertpapiere in die fallenden Preise hinein veräußert.

Mit dem Start in das neue Jahr hoffen nicht wenige Anleger auf eine weiterhin positive Entwicklung an der Börse. Was in der Vergangenheit gut lief, soll auch in der Zukunft weiter positiv sein. Am Finanzmarkt ist genau solch eine Erwartungshaltung meist die Grundlage für Fehlentscheidungen. Der Grund ist wie folgt: Zum einen ist der Investor daran gewöhnt, auf den Trend zu setzen. Was bisher gestiegen ist, soll auch weiterhin aufwärtsgehen.

Gleichzeitig kann eine Projektion einer Entwicklung aus der Vergangenheit in die Zukunft fatal sein. Was nämlich in der Vergangenheit gut war, muss es jetzt nicht mehr sein. Märkte ändern sich, Umstände ändern sich, Bewertungen ändern sich. Stellen Sie sich eine leere Flasche Wein vor. Ist der Glasbehälter zunächst leer und wird dieser mit jedem Jahr gefüllt, dann ist diese Flasche irgendwann voll. Irgendwann ist auch die Kaufbereitschaft der Anleger erschöpft, sie können keine Käufe mehr initiieren und damit die Aktienkurse ansteigen lassen.

Institutionelle Anleger, die viel Geld verwalten, könnten dem DAX nicht mehr viel zutrauen. Für sie wäre der jetzige Zeitpunkt für den Verkauf ihrer Anteile ideal, haben sie doch das Jahr 2013 mit einer Schlussrally mit 25 % Kursanstieg abschließen können. Das Jahr davor gab es für den Gesamtmarkt bereits 30 % Kursgewinn. Das klingt doch nach einer vollen Flasche, oder? Ihre jetzigen Verkäufe würden sich nicht negativ auf ihre letztjährige Performance auswirken.

Wen überrascht der Kursrutsch nun? All diejenigen, die sich dem hemmungslosen Wahn hingeben, die Börse wäre eine Einbahnstraße. Diese Anleger ignorieren die Gefahr, die von den Aktienmärkten ausgeht. Dass diese besteht, lässt sich nicht wegleugnen. An der Börse wechseln sich Hausse- und Baissephasen immer ab. Daher ist es normal, dass die ersten Investoren sich überlegen wie weit der Börsenanstieg andauern könnte. Es ist nicht klug, sich an der Börse an runde Zahlen wie die 10.000-Punkte-Marke zu halten. Wer jetzt davon ausgeht, dass die Kurse wenig Luft nach oben haben, der trennt sich bereits von seinen Aktien.

Das neue Jahr beginnt anders, als viele Anleger erwartet haben. Jetzt springt die Volatilität an, was ein Ausdruck von Sorge ist. Die Kurse legen nun immer öfter schnelle Wendungen hin und zeigen damit die Unsicherheit der Marktteilnehmer an, in welche Richtung sie sich positionieren sollen. Manch einer nimmt in solch einem Marktumfeld seine Gewinne mit, was nicht die schlechteste Wahl ist.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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