Indikatoren-Trading

Immer, wenn zu den Feiertagen der Handel an der Börse den Privatanlegern überlassen wird, dann dominieren sofort die grünen Vorzeichen. Privatanleger decken sich mit Aktien ein. Sie wollen Wertpapiere kaufen, die noch Potential haben. Sie sind es, die dem DAX Zuwächse zutrauen. Und weil diese Gruppe der Anleger dauerhaft optimistisch ist, kaufen sie Wertpapiere zu jedem Preis. Privatanleger haben eben einen starken (positiven) Glauben. Dieser versetzt nicht nur Berge, sondern den DAX auch um 560 Punkte.

Sie haben es wieder einmal geschafft, die Privatanleger. Sie haben den DAX zum Jahresschluss noch einmal so richtig emporgehoben und den Aktienmarkt einen freudigen Schlussspurt hinlegen lassen. Jetzt freuen sich wieder alle, weil der Aktienmarkt eben wirklich ohne Alternative ist und scheinbar jedes Geld, was noch investiert wird, eine gute Performance verspricht. Also werden Wertpapiere gekauft. Und da die institutionellen Anleger bereits im Urlaub sind, gibt es wenige Verkaufsaufträge, die sich den steigenden Preisen in den Weg stellen könnten.

Nimmt man an, dass sich die großen Marktteilnehmer bis zum 13.12.2013 aus dem Aktienmarkt zurückgezogen und ihre Bücher für dieses Jahr geschlossen haben, dann war das Feld ab dem 16.12.2013 frei für die Privatanleger. Das Resultat sieht dann so aus:

DAX: Tageschart, Stand: 9560 Punkte

dax-560-punkte

 

An dem Chartausschnitt erkennt man im linken Teil, wie noch vor dem 13.12.2013 die roten Kerzen fallende Kurse dominieren. Große Anleger räumen auf, schließen offene Positionen, indem sie Aktien verkaufen, und beenden das Geschäftsjahr. Nachdem sich diese Gruppe der Anleger in den Weihnachtsurlaub verabschiedet hat, ist das Börsenparkett nun eine Spielwiese für die Privatableger. Sie können sich nun gegenseitig Tipps geben und sich an steigenden Kursen erfreuen. Bei geringem Volumen lassen sie den DAX steigen.

So beginnt die Woche ab dem 16.12.2013 mit einer besonders großen Kerze, deren Boden bei 9000 Punkten verläuft. Danach ist die Käuferschar im Winterschlussverkaufsmodus. Kleinanleger kaufen leichtfertig und zu jedem Preis. Das ist nicht nur im Kaufhaus so, wo Preise rot durchgestrichen sind, sondern auch an der Börse. Hauptsache, ein Anleger kann dem anderen Anleger glaubhaft vermitteln, dass die Börse und bestimmte Aktien noch günstig sind und der Privatinvestor greift sofort zu. Man möchte ja nichts verpassen oder das Schnäppchen einem anderen Käufer überlassen.

Im Chartausschnitt zeigt sich dann auch die Dynamik, die sich entwickelt hat. Wie an einer Linie gezogen, steigt der deutsche Leitindex DAX auf heute 9560 Punkte. So ist es nun mal, wenn die Schnäppchenjäger auf der Jagd sind. Sie wollen alles kaufen, und zwar sofort.

Private Anleger sehen immer Chancen am Markt und kaum Risiken. Daher wollen sie auch unbedingt eine Aktie erwerben, auch wenn ihnen manchmal der Kurs davonläuft. Sie erhöhen einfach solange ihr Limit, bis sie zum Zug kommen. Diese Gruppe der Investoren kauft eine Aktie und will an deren Wertanstieg profitieren, sie sind also Longanleger. Sie kennen meist nur die eine Art des Investierens, nämlich in steigende Kurse. Das ist auch der Grund, warum sie für Chancen am Markt empfänglich sind. Sie brauchen diese „Zeichen des Potentials“, um ihr Geld anzulegen.

Der Glaube ist es auch, der die privaten Investoren meist auf das Glatteis führt. Sobald das neue Jahr beginnt und die großen Spieler zurück aus dem Urlaub sind, dann kommt Verkaufsdruck auf. Im Gegensatz zu den kleinen Anlegern spekulieren die Großen auch auf fallende Kurse. Zudem wissen große Marktteilnehmer, wann man Gewinne mitnehmen muss, um später einmal zu günstigeren Kursen einzusteigen.

Es ist schon fast ein Gesetz an der Börse, dass wenn die Privatanleger allein unter sich sind, dass dann der Markt nur eine Richtung kennt, nämlich nach Norden. Das ist verrückt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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