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Als Außenstehender versteht man das Treiben an der Börse nicht immer. Manchmal freuen sich die Anleger über Dinge, die nicht erfreulich sind (z.B. Entlassungen) oder sie sind traurig, dass sich der Arbeitsmarkt in den USA erholt. Die FED wäre in diesem Fall gezwungen, ihr Versprechen wahr zu machen und sich aus den Stützungsmaßnahmen zurückzuziehen. Die FED macht nur nicht immer das, was sie verspricht, weshalb die Märkte plötzlich verrückt gespielt haben.

Am Freitag erlebten die Anleger eine Berg- und Talfahrt und die Unsicherheit am Parkett war zum Greifen. Zunächst rutschte der DAX steil ab, da die Anleger Sorge vor den zu veröffentlichenden Arbeitsmarktdaten hatten. Einige Anleger verkauften vorausschauend ihre Wertpapiere, wohl wissend, dass es in wenigen Stunden „aufregend“ werden wird. Sie sollten recht behalten. Als um 14:30 Uhr positive Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht wurden, krachte der Markt kurz ein und konnte sich dann steil nach oben schwingen.

Zurück blieben die Anleger, die dem Zickzackkurs nicht folgen konnten. Was ist denn nun, war die Frage, die herumgereicht wurde. Denn nach allgemeiner Auffassung führen derzeit gute Wirtschaftsdaten zu sinkenden Börsenkursen. Am Freitag jedoch war dies anders. Scheinbar war der Markt zu sehr gefallen, die Anleger waren einfach zu sehr ausgehungert und wollten Aktien kaufen. Davon ließen sie sich nicht abbringen.

Gleichzeitig muss man bei der Betrachtung der Märkte auch die elektronischen Marktteilnehmer berücksichtigen. Sie machen einen deutlichen Teil des Handels aus. Wenn diese in einen Modus des Kaufens wechseln, dann passieren solche Kapriolen wie am letzten Freitag. Durch den Druck der Käufer werden die Verkäufer vom Platz gejagt. Das sind diejenigen, die zuvor Short gewesen sind und nun auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Für den Moment überwiegt die Freude über den positiven Kursverlauf. Dennoch, die FED kommt jetzt in Schwierigkeiten, das wissen auch die Anleger. Sie hat ihre Absicht kundgetan, sich aus den Stützungsmaßnahmen (85 Milliarden im Monat) zurückzuziehen, sobald sich die Konjunktur stabilisiert. Das macht sie unter anderem an der Entwicklung der Arbeitsmarktdaten fest. Sie hat zugesagt, dass ein Rückzug eingeleitet werden muss, wenn die Arbeitslosenquote der USA unter 6,5% sinkt.

Dieser Wert kommt jetzt in greifbare Nähe, da sich der US-Arbeitsmarkt (zumindest statistisch) bessert. Die Arbeitslosenquote sank im November auf 7,0% (im Oktober 7,3%). Die wichtige Nachricht für die Anleger ist: Es wird eng für die grenzenlose Liquiditätsversorgung. Will die FED ihr Wort halten, wird sie bald aufhören müssen, die Märkte zu stützen.

Warum sind dann die Märkte plötzlich gestiegen? Weil die Anleger dem Wort der FED nicht trauen können. Für die amerikanische Notenbank ist das Wohl der Aktienmärkte mindestens ebenso wichtig, weshalb sie es mit ihren Ankündigungen wohl nicht ernst meinen dürfte. So jedenfalls lautet die Interpretation der Käufer vom vergangenen Freitag.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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