Indikatoren-Trading

Überall auf der Welt wird eine auf eine baldige Ankurbelung der Wirtschaft durch den Konsum gehofft. Die Bürger sollen besonders fleißig ihr Geld ausgeben, dass soll viele bestehende Probleme lösen oder zumindest lindern. Konsum heißt: Geld ausgeben. Manche geben das aus, was sie gespart haben, andere geben aus, was sie nicht haben (Kredit). Am Ende verlieren alle, weil der Konsum nicht die Lösung, sondern das Problem ist.

In diesen Tagen wird wieder viel über Konsum geredet und geschrieben. Es steht das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Der Einzelhandel hofft wieder einmal auf die vielen Verbraucher, die ihr Geld mit beiden Händen ausgeben sollen. Irgendwie hofft er das jedes Jahr. Unter dem Deckmantel des Weihnachtsfests soll der Konsument großzügig Geschenke für sich und andere erwerben und damit die Kassen des Handels klingeln lassen.

Die Politik hofft auch, denn die Konjunktur soll durch den Konsum bei Laune gehalten werden. Manche hoffen gar, dass der Konsum eine Stütze der Wirtschaft wird. Das kennt man bereits aus den USA. Das ist das Land, das viele seiner Produktionsschritte nach Asien ausgelagert hat und nun selbst nichts mehr herstellt. Die USA konsumieren somit nur noch. Sie stehen nur auf einem Bein und wehe, den Leuten geht das Geld für den Konsum aus, dann ist die Politik schnell in Sorge.

Die Verantwortlichen schrecken nicht einmal davor zurück, die Menschen auch zum Einkauf auf Kredit zu bewegen. Dafür werden Plastikkarten zur Verfügung gestellt, damit der Bürger nicht durch die Finger gleiten sieht, was er zuvor schwer verdient hat. Die Unternehmen geben Millionen für Werbung aus, um dann Milliarden einzunehmen. Das alles muss natürlich durch den Konsumenten bezahlt werden. Er bezahlt die Steuern (da freut sich der Staat), den Standort (da freut sich die Gemeinde), das Verkaufspersonal (da freut sich der Einzelhandel) und die Dividende (da freut sich der Aktionär).

Für die Wirtschaft ist der Konsum zum Lebenselixier geworden. Sie kann gar nicht genug davon bekommen, um Umsatz und Absatz zu erhöhen. Dass diese Denkweise vielleicht falsch sein mag, darauf kommt sie gar nicht. Es ist nämlich ganz einfach: Wenn die Kapazitäten so hoch sind, dass die Leute andauernd konsumieren müssen, dann stimmt schon auf Unternehmensseite etwas nicht. Die Lösung wäre, dass die Unternehmen ihre Kapazitäten soweit reduzieren, dass sie der Nachfrage entsprechen. Dann müssten sie auch nicht um Konsum betteln und die Verbraucher in Einkäufe drängen, für die sie nicht das Geld haben (Dispo, Finanzierung).

Es ist ein falsches Signal, die Menschen zu mehr Konsum anzustacheln. Genau das Gegenteil wäre richtig, die Bürger müssten zu weniger Konsum angeregt werden. Sie müssten nur das ausgeben, was sie auch bezahlen können. Zudem brauchen sie ein ganz neues Verständnis bezüglich Erspartem und Konsum. Dadurch würden sie ihr Geld zusammenhalten und würden etwas für schlechte Zeiten zurücklegen können. Der Konsum ist heute nicht mehr der Einkauf, weil man etwas braucht, sondern nur Mittel zum Zweck, um das große Rad der Wirtschaft am Laufen zu halten.

Eine übermäßige Fokussierung auf den Konsum schadet auf Dauer einer Gesellschaft.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading.de

 

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