Buchtipp

Der Dezember ist den Börsianern ein wohlgesonnener Monat. Auch dieses Jahr hoffen die Anleger auf einen Schlussspurt. Sie hoffen auf die großen Marktteilnehmer, die noch im Rahmen des Window Dressings den Aktienmarkt höher hieven sollen. Vergessen wird, dass viele Anleger ihre Gewinne noch vor Jahresende realisieren wollen. Das könnte die Erwartungen enttäuschen.

Die Bullen haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben alles niedergetrampelt, was sich ihnen in den Weg gestellt hat. In der Folge glauben diese Marktteilnehmer, dass ihr Weg nun freigeräumt ist. Sie wollen jetzt noch richtig Geschwindigkeit aufnehmen. Sie wollen weiter in Richtung neuer Hochs, weiter in Richtung 10000 Punkte, einfach immer weiter. Bestärkt werden sie durch die Entwicklung der letzen Wochen. Nie kommt der Index in Schwierigkeiten, nie lässt er Schwäche erkennen.

Genau diese Dominanz der Bullen könnte jetzt den Käufern zum Verhängnis werden. Wer soll denn noch Aktien kaufen, wenn alle das bereits gemacht haben? Ob sich auf diesem Niveau noch Anleger trauen in den Markt zu gehen, darf bezweifelt werden.

Während der Anleger nachdenkt, ob ein Einstieg sinnvoll ist oder nicht, ist das bei elektronischen Marktteilnehmern nicht der Fall. Solange die Handelscomputer Kapital zum Kaufen haben, werden sie weiter ordern. Es muss nur irgendwann jemand sagen, dass das Geld alle ist, damit die Programme aufhören zu kaufen.

Es gibt jedoch einen wichtigen Aspekt, der bedacht werden muss. Diejenigen, die Aktien besitzen, haben bisher nur Buchgewinne erzielt. Solange das Geschäft nicht abgeschlossen ist, nämlich durch den Verkauf der Wertpapiere, kann sich am Gewinn noch alles ändern.

Es liegt nun nahe, dass die Bullen am Markt die letzen Wochen des Jahres ausnutzen könnten, um sich von ihren Beständen zu trennen. Erst ein realisierter Gewinn ist ein echter Gewinn. Wenn nun diese Masse an Anlegern sich aus dem Markt zurückzieht, dann werden sie die kleine Nachfrage erdrücken und durch das Überangebot ihrer Papiere die Preise purzeln lassen.

Damit rechnet im Moment kaum jemand, einfach weil die Bullenherde übermächtig ist. Aber es geht ums Geschäft. Gewinne realisieren oder nur theoretisch welche haben, ist ein großer Unterschied. Die großen Marktteilnehmer würden sich nicht scheuen, ihren Profit zu realisieren, auch wenn das Druck auf die Aktienkurse ausüben würde.

Der Markt ist einfach schon sehr weit gelaufen. Die erreichte Höhe ist schwindelerregend und für wirkliche Investoren nicht mehr einladend. Niemand will das nächste Jahr mit einer Überraschung beginnen, also lohnt es sich, seine offenen Positionen dieses Jahr glattzustellen.

Wenn diese Annahme zutrifft, dann wird es dieses Jahr nichts mehr mit der Jahresendrally. Je früher sich der Anleger mit diesem Gedanken anfreundet, umso geringer die Enttäuschung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

 

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