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Die Medien trommeln lautstark, dass die Deutschen zu blöd wären, um die Chancen am Aktienmarkt zu nutzen. Sie würden sich fälschlicherweise immer noch an das Sparbuch klammern. Das schmerzt besonders all diejenigen Menschen, die noch immer hoffen, dass sie ihre Verluste mit Aktien wieder aufholen können. Und davon gibt es viele. Der Deutsche weiß, warum er die Finger von der Zockerei lässt.

Es scheint schon wieder an der Zeit zu sein, die Deutschen in den Aktienmarkt zu lotsen. Warum sollten sich Sparsame und auf Sicherheit bedachte Menschen auf das Börsenparkett begeben? Vor allem lauert an der Börse andauernd eine Unsicherheit. Zum Beispiel weiß keiner so genau, wie viel Wahrheit in den Zahlen der Unternehmen steckt, warum verschiedene Aktien besonders teuer sind, warum andere wiederum abstürzen. Andauernd lenken irgendwelche Nachrichten die Kurse. Zudem lassen Zentralbanken die Aktienmärkte erstarren oder entzücken.

Und das ist noch nicht alles: Allgegenwärtig ist die Gefahr, die von den elektronischen Marktteilnehmern ausgeht, den Handelscomputern. Niemand weiß, wie diese handeln und wann sie sich verselbständigen. Es kommt jedoch immer wieder zu wilden Kapriolen am Markt, die die Computersysteme verursachen. Aber auch die fingierten Tricks, die Markteilnehmer einsetzen, um die jeweils anderen zu täuschen, sind allgegenwärtig.

Diejenigen, die nach dem Orderbuch traden, wissen um die fingierten Ordervolumen, die sich dann alsbald als Finte herausstellen. Besitzer von Knockout-Zertfikaten wissen nur all zu gut, wie der Kurs des Basiswertes manchmal genau die KO-Linie ansteuert, und dann die Papiere wertlos werden lässt. Wer da Absicht erkennt, mag den richtigen Richter haben. Diejenigen, die das Kapital haben, den Markt kurzzeitig zu drücken bzw. zu heben, werden von dieser Macht auch Gebrauch machen.

Wer kennt die spannenden Freitagnachmittage nicht, an denen Terminkontrakte und Optionen auf Aktien und Indizes verfallen. Die Kurse spielen manchmal verrückt. Sie werden von den großen Spielern am Markt so zurechtgelegt, dass diese einen profitablen Abrechnungskurs erhalten. Das hört sich nicht gerade vertrauenserweckend an. Ist es auch nicht.

Es braucht gar nicht weiter ausgeholt werden. Aktien sind eine spekulative Art des Investments. Manchmal geht es gut, und manchmal auch nicht. Da hilft es auch nicht, dass jetzt in den Medien darauf verwiesen wurde, dass man nicht mehr an die Zeit des Neuen Marktes und seine Verluste denken soll. Der Deutsche hätte einfach nach dem Neuer-Markt-Desaster weiter machen sollen, so das Resümee einer deutschen Wirtschaftszeitung, dann hätte er auch seinen Erfolg mit seinen Wertpapieren gehabt.

Das klingt grotesk. Zum einen will man fragen: „womit denn“? Die Leute haben zu der Zeit viel verspielt, manche sogar auf Kredit. Zudem würde ein einfaches Weitermachen bedeuten, die andere Wange auch noch hinzuhalten. Nein, die Deutschen wollen sich nicht auf das spiegelglatte Parkett der Börsen begeben, wer weiß schon, wie ein erneuter Ausflug enden würde. Oftmals wird über Glanzvolles an der Börse berichtet, jedoch selten über die Verluste mit großen und kleinen Aktien.

Die Deutschen wollen gar keine übermäßige Rendite. Es muss nicht der ganz große Profit sein. Daher sollten sie sich auch nicht von den neuen Versprechungen locken lassen, der Aktienmarkt böte viele Chancen. Beim nächsten Crash verstummen diese Rufe wieder. Es ist schon richtig, dass die Menschen sich auf ihr Naturell besinnen sollten. Deutschland ist kein Land der Aktionäre und das hat noch keinem geschadet.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

 

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