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In den letzten Jahren konnten viele große Unternehmen hervorragende Ergebnisse erzielen. Vor allem Banken haben die Gewinnerwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogarübertroffen. Die Frage, die sich stellt, ist, warum sich ein Teil der Wirtschaft in Geld suhlen kann, während Arbeiter, Angestellte, Rentner, Unternehmen, und der Staat am Hungertuch nagen? Für viele Dinge fehlt immer Geld, obwohl das Geld offensichtlich vorhanden ist.

Gerade erst wird über die Autobahnmaut gestritten, die die große Koalition einführen will. Es heißt, Deutschlands Straßen seien in einem desolaten Zustand und es fehle an Geld, um sie zu reparieren. Ähnliches hört man von der Bahn. Sie warnt bereits, dass das Winterchaos vor der Türe stehen könnte. Ganz aktuell warnt Bahnchef Grube vor maroden Brücken. Man spricht von einem Sanierungsstau. Offensichtlich hat die Infrastruktur in Deutschland lange Zeit keine Pflege erhalten.

Ebenso fehlt es an Geld für Schulen und Kindergärten. Wer kennt das nicht, entweder ist kein Kindergarten in der Nähe, weil keiner gebaut werden konnte. Oder der Kindergarten hat nicht ausreichend Personal, weil kein Erzieher zu marktgerechten Preisen eingestellt werden kann. Wer Kinder hat, kennt das bereits. Zu den Monatsbeiträgen kommen dann Sonderzahlungen (Ausflüge, Festtage, Sonstiges) hinzu, die die Eltern aus der Tasche bezahlen müssen. Es sei kein Geld vorhanden, heißt es immer wieder. Dabei sind Kinder doch unsere Zukunft, geht man so mit seiner Zukunft um?

Rentner werden mit Minirenten vor der Armut bewahrt. Es reicht jedoch auch nicht für viel mehr. Und das, obwohl sich diese Menschen ihr Leben lang für die Gesellschaft eingesetzt haben. Ab und an, meist vor Wahlen, bekommen die Rentner eine mickrige Erhöhung von 0,1%. Für mehr wäre aber kein Geld da.

Auffallend ist, dass diejenigen aus der Politik, die die leeren Kassen bedauern, diejenigen sind, die gut leben. Das heißt, diejenigen, die über den Haushalt entscheiden, haben ein gutes Auskommen. Sie müssen sich um sich keine Sorgen machen. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen etwas von Zurückhaltung und Gürtel enger schnallen zu erzählen. Das ist überhaupt nicht mehr zu verstehen.

Im gleichen Atemzug läuft aber der Aktienmarkt von einem Rekord zum nächsten. Die Börsen werfen seit Jahren zweistellige Renditen ab. Dabei übertreffen sich die Aktiengesellschaften mit erfreulichen Quartalsergebnissen im Milliardenbereich, mit goldenen Handschlägen im zweistelligen Millionenbereich. Hinzu werden Dividenden angehoben und Aktienrückkaufprogramme verkündet. Die Welt ist in Ordnung bei denen, die das Geld haben.

Damit Unternehmen Profite erwirtschaften können, braucht es Eisenbahnschienen und Straßen für den Güterverkehr. Wer kennt die mit Lastwagen verstopften Straßen nicht, wenn er mal auf der Autobahn unterwegs ist. Und das sind nicht nur ausländische Laster. Da liegt es doch nahe, das Geld von den Unternehmen einzusammeln, damit alle etwas davon haben? Denn die Unternehmen brauchen die Leistung von Mensch und Staat, um erfolgreich zu sein. Die Gesellschaft sitzt in einem Boot. Das gilt es, zu verinnerlichen.

Es braucht ein Umdenken, dass es gar keine Knappheit an Geldern gibt. Jedem, dem etwas anderes erzählt wird, dem wird Sand in die Augen gestreut. Richtig wäre es, wenn die Unternehmen von ihren Milliardengewinnen einen größeren Teil für die Gemeinschaft abgeben müssten. Die Politik hat es in der Hand Steuern und Abgaben festzusetzen.

Bei solch einem Schritt muss es vollkommen in Ordnung sein, dass einige Unternehmen abwandern wollen. Dann lasst sie abwandern, sollte das Motto sein. Nirgendwo in der Welt ist die Produktivität so hoch wie in Deutschland. Diesen Vorteil wird kein Unternehmen so einfach aufgeben wollen. Viele werden drohen, sich jedoch am Ende nicht trauen.

Diesen Schritt, die Unternehmen stärker zur Kasse zu bitten, wird die Politik (offiziell Vertreter des Volkes), nicht durchsetzen. Dieser Schritt muss vom Volk direkt kommen. Das Volk muss seinen Teil am Kuchen einfordern. Denn es ist offensichtlich, dass es einen sehr großen Kuchen gibt, nur ist für die meisten Menschen kein Kuchen mehr da, um sich daran zu bedienen. Wenn jeder etwas weniger Kuchen isst, dafür jedoch mehr Menschen satt werden und der Staatshaushalt gesunden kann, dann ist das etwas Erstrebenswertes. Es ist Zeit zum Umdenken.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis für all diejenigen, die diesen Artikel vielleicht als zu einseitig erachten. Es geht nicht darum, die Erfolgreichen zu bestrafen oder ähnliches. Sondern darum, dass diejenigen, die viel von der Gesellschaft nutzen und diese auch belasten (Ökologie) entsprechend beteiligt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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