Angebot

Wenn ein Trader vor dem Chartbild sitzt und der Meinung ist, dass der Markt sowohl steigen als auch fallen könnte, dann würde jeder Betrachter annehmen: „Finger weg, die Lage ist unklar“. Ein Trader sieht gar nicht ein, warum er warten soll und bastelt sich die Begründung für seine bevorzugte Richtung zurecht. Es kommt den meisten kurzfristigen Anlegern gar nicht in den Sinn, dass es immer auch die Möglichkeit gibt, zu warten, bis sich die Lage bessert.

Da ist schon wieder das ungeliebte Wort „warten“. Es scheint, dass „Trading“ und „warten“ einfach nicht einfach zusammenpassen wollen. Das eine, nämlich „Trading“, ist schnell und adrenalinhaltig, das andere Wort „warten“ ist langsam und langweilig. Daher will sich niemand mit dem Warten beschäftigen, obwohl es beim Analysieren der Märkte genau darauf ankommt. Man muss eben warten, bis sich eine passende Gelegenheit ergibt.

Das setzt voraus, dass der Trader einen Plan hat. Es kommt oft vor, dass sich ein Plan nicht erstellen lassen will, denn manchmal will der Markt einem keine Planungsgrundlage geben. Hier ist der Moment, in dem sich der Weg von Tradingneulingen und erfahrenen Tradern trennt. Erfahrene Anleger schütteln in solch einer Situation mit dem Kopf und resümieren, dass das Chartbild keine Möglichkeit hergibt, sinnvoll zu handeln. Diese Menschen beschäftigen sich mit anderen Dingen und warten (da ist der Begriff wieder).

Anders die Tradinganfänger, sie werden hibbelig. Sie vermuten hinter jedem neuen Kurssprung eine neue riesige Welle in eine Richtung, in die sie unbedingt investieren müssen. Da aber das Chartbild für die Mehrheit der Teilnehmer unklar ist, bleibt es bei einem Hin und Her, ohne dass sich eine Richtung herauskristallisiert. Das sind die Tage, an denen viele Trader Teile ihres Geldes verbrennen. Sie rennen immer einer Richtung hinterher. Die ist dann in der Regel nicht von Dauer und der Markt schlägt bald in die andere Richtung aus. Erneut wird versucht, auch diese Bewegung zu handeln, und auch dieser Versuch scheitert.

Ein Trader tut sich schwer zuzugeben, dass er manchmal keine Meinung hat, ob der Markt steigen oder fallen wird. Was von vielen als Schwäche ausgelegt wird, ist jedoch ein Zeichen von Stärke. Ein Trader muss wissen, wann er die Füße stillhalten muss. Wer traden will, muss warten können.

Ein Jäger geht auch nicht in den Wald und ballert herum, bis er mal einen Treffer landet. Geduld ist eine große Fähigkeit, die beim Handel an der Börse wichtig ist. Es kommt immer einmal vor, dass man vor lauter Warten eine Bewegung verpasst. Da muss sich der Trader bewusstmachen, dass so etwas immer passieren kann. Wichtig ist das Verständnis, dass das kein Fehlverhalten seinerseits ist, da er ja die Bewegung nicht antizipieren konnte.

An der Börse kann man außer kaufen und verkaufen auch warten. Das ist eine Handlung, die den gleichen Stellenwert besitzt, wie die anderen beiden Aktionen. Sie ist wichtig und muss als ein Teil des Tradingalltags angesehen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This