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Kein Tag vergeht derzeit ohne Lobeshymnen für Irland, das im Dezember den Euro-Rettungsschirm verlassen wird. Man fragt sich schnell, was wird da gefeiert? Gleichzeitig loben sich die Euroretter und die Politik, wie toll sie doch das keltische Land gezügelt haben. Diese furchtlosen Retter haben es geschafft, Irland zurück an den Kapitalmarkt zu führen, dafür feiern sie sich. Was daran ein Erfolg sein soll, ist unbekannt, denn dem Land geht es schlecht.

Die Medien wiederholen Tag für Tag, wie toll Irland sich in den letzten drei Jahren gemacht hat. In den positivsten Tönen wird gelobt, wie ein Land sich entwickeln kann, wenn es denn nur wolle. Das Land habe es geschafft, sich aus dem Dreck zu ziehen und nun ist es wieder eigenständig und kann sich selbst am Kapitalmarkt finanzieren.  Nur die besten und wärmsten Worte sind für diese Erfolgsgeschichte gut genug.

Die Medien verdrehen wieder einmal die Wahrheit. Irland ist zu klein, um sich gegen die Übermacht aus Brüssel, EZB und IWF zu wehren. Also blieb ihm nichts anders übrig, als zu kuschen. Die Regierung in Irland hat das auch wirklich gut gemacht (sich als Handlanger zu etablieren). Sie hat jeden Wunsch der Troika direkt umgesetzt, egal wie schlimm er für die Bevölkerung sein mochte. Sie hat getan, was man ihr aufgetragen hat. Ihr blieb wohl auch nicht anderes übrig. Irland musste sich den Geldgebern unterwerfen.

Die Wirklichkeit sieht nämlich ganz und gar nicht erfreulich aus. Die Arbeitslosigkeit war bei 4%, als die Troika die Arbeit aufnahm. Jetzt, wo sie geht, liegt sie bei knapp 14%. Das sind echte Zahlen, das ist das, was die Leute in Irland durchleben. Gleichzeitig hat sich die Verschuldung enorm erhöht und liegt bei 120% des BIP; zu hoch für Irland. Es gibt also gar keinen Grund zur Freude. Zudem wird angenommen, dass die irischen Banken noch immer Probleme verstecken und dass die geschätzten Werte für den irischen Haushalt zu optimistisch sind. Vor allem jedoch kann das Land gar nicht genesen, denn seine Binnennachfrage ist durch den übermäßigen Sparzwang fast völlig zum Erliegen gekommen.

Für Irland muss diese ganze Lobhudelei auf die Euroretter ganz schön heuchlerisch wirken. In Wirklichkeit wurde das Land zu Tode gespart. Von einer Rettung kann überhaupt nicht die Rede sein. Es geht wieder einmal nicht um die Menschen und um das Land, sondern nur darum, ob sich jemand am Kapitalmarkt verschulden kann oder nicht. Wenn das das Maß ist, wie Europa seine Staaten bewertet, dann sind das keine guten Nachrichten.

Es gibt rein gar nichts, warum Irland hier als Musterbeispiel präsentiert wird. Es gibt auch keinen Grund dafür, dass die Medien die Euroretter feiern.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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