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Ein Analyst macht sich Gedanken zum weiteren Verlauf des DAX. Malt Trendlinien und Kanäle. Beachtet Unterstützungs- und Widerstandslinien. Garniert das ganze mit verschiedenen Indikatoren und glaubt, dass seine DAX-Chartanalyse vollkommen ist. Diese wird dann mit einer Prognose versehen und veröffentlicht. Bis hierhin lief alles nach Plan, bis Frau Yellen ihre Rede voreilig veröffentlichte und damit den Börsenverlauf auf den Kopf stellte.

Es ist die letzten Jahre oft so gewesen, dass die FED in Kursverläufe eingegriffen hat. Neigten die Börsen zu Schwäche, fanden sich immer Gründe, warum der Markt plötzlich steigen musste. Man bemerke das Wort „musste“, denn den Märkten blieb keine andere Wahl. Sobald das Großkapital ein Zeichen der amerikanischen Zentralbank erhielt, dass mit ihrer Unterstützung gerechnet werden kann, ging die Maschinerie der Kaufwilligen los.

Zuallererst springen die Supercomputer der Großbanken an. Diese geben die Richtung vor. Sofort folgen andere Handelscomputer, die in die gleiche Richtung drängen. Dann erst sind die menschlichen Marktteilnehmer an der Reihe, diese kaufen, weil der Markt steigt und weil sie den bereits fahrenden Zug nicht verpassen wollen. Wenn dann besonders viele Marktteilnehmer kaufen wollen, kommen die Shortanleger/die Leerverkäufer in Bedrängnis. Diese haben nämlich zuvor Wertpapiere veräußert, die sie nur geliehen hatten. Diese müssen diese Marktakteure schnell zurückkaufen, um den Verlust nicht zu hoch werden zu lassen.

So einfach kann man einen Kursschub an der Wallstreet auslösen. Und da die amerikanische Börse den Takt vorgibt, bleibt den anderen Börsen nichts anderes übrig, als artig zu folgen. So auch geschehen diese Woche, als inmitten von Kanonendonner und Angst die US-Märkte am Mittwoch Nachmittag eröffneten und dann nur eine Richtung kannten, nämlich bis zur Schlussglocke nach oben zu marschieren.

Dieser plötzliche Meinungsumschwung hat unsere DAX-Analyse, die zunächst blendend verlief, leider ausgehebelt. Der DAX war schon wie prognostiziert unter die 9000er-Marke gerutscht und hätte, wenn Frau Yellen nicht dazwischengefunkt hätte, auch unter dieser psychologisch wichtigen Marke bleiben sollen. Dann wären weitere Kursverluste die Folge gewesen. Doch an der Börse ist kein Platz für hätte, wenn und aber. Die Norddeutschen sagen auch treffenderweise: Hätte, hätte, Fahrradkette. Bringt alles nichts.

Der DAX hat in den letzten Tagen zu einem Riesenkraftakt angesetzt und schnurstracks alle negative Stimmung verwischt. Die Begründung ist ja nun hinlänglich bekannt. Frau Yellen wird, in Form der FED, weiter die Märkte fluten und darüber freuen sich nun die Börsianer.

Frau Yellen, noch gar nicht im Amt, kann schon mächtig die Märkte durcheinanderwirbeln. Auch unsere DAX-Analyse hat sie mächtig durchgerüttelt. Unser Plan hat sich somit erledigt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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