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Die Wirtschaft in Deutschland klagt oft über Arbeitskräftemangel. Das mag vielleicht richtig sein, doch dann müsste sich die Wirtschaft an die eigene Nase greifen und sich rechtzeitig um den Nachwuchs kümmern. Im Sport ist das gar nicht anders. Doch während den Unternehmen schlaue Köpfe fehlen, gibt es eine Schar an älteren Arbeitnehmern, die eine Stelle suchen und keine bekommen, weil sie zu alt sind. Das kann man kaum verstehen, denn das sind doch diejenigen mit der meisten Erfahrung.

Mit einem älteren Mitarbeiter ist nicht sofort ein Greis gemeint, sondern jemand, der vital ist, mitten im Leben steckt, und vielleicht 55 Jahre alt ist. Vielleicht kennen Sie jemanden aus ihrem Umkreis, auf den die Beschreibung zutrifft und der schon länger vergeblich einen neuen Arbeitsplatz sucht. Deren Bewerbungsmappen kommen immer schnell wieder zurück. Womöglich liest die Personalabteilung die eingereichten Unterlagen gar nicht, sondern sortiert den Kandidaten aus, weil dieser „zu alt“ ist.

„Zu alt“ das klingt negativ. Zu alt wofür, will man fragen. Während ältere Menschen früher in körperintensiven Berufen gegenüber den Jüngeren benachteiligt waren, so ist das heute in der Organisation, in der Verwaltung oder in der IT überhaupt nicht mehr so. Ganz im Gegenteil, besonders in der IT-Branche ist Erfahrung besonders wichtig. Was hat ein Unternehmen davon, einen Grünschnabel einzustellen, der zwar billig ist, jedoch noch keine Erfahrung hat. Der wird ein Problem in Tagen lösen, womöglich indem er andere Mitarbeiter um Hilfe bittet, während ein erfahrener Profi das gleiche Problem in wesentlich kürzerer Zeit gelöst hätte. Hier scheint in den Unternehmen Effektivität keine Rolle zu speilen, Hauptsache, die Personalkosten sind gering.

Jeder kennt die großen Anzeigen mit der Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“, deren Anforderungen niemand erfüllen kann. Jeder Bewerber hat sich schon mal gefragt, was die da eigentlich suchen. Die Unternehmen wollen Mitarbeiter, die viel können und Erfahrung haben. Genau das haben nämlich die älteren Bewerber. Diese bekommen jedoch den Job nicht, weil sie angeblich „zu alt“ sind. Die Wahrheit liegt ganz woanders. Man will die Erfahrung nicht bezahlen. Denn jemand, der gut ist, weil er schon gelernt und die Leistung bereits unter Beweis gestellt hat, der kann und wird nicht für einen Apfel und ein Ei arbeiten.

Warum sich die Unternehmen sträuben, ist unverständlich. Geld ist scheinbar vorhanden, weil den Aktionären Millionen in Form von Dividenden ausgeschüttet werden. Die Wirtschaft könnte einen Teil der Gewinne in den Nachwuchs investieren oder eben mehr Geld für die Gehälter der Mitarbeiter zur Verfügung stellen.

Die Wirtschaft lässt hier die reifen (und besten) Früchte liegen. Diejenigen, die das meiste Wissen haben, werden in den Unternehmen aussortiert. Das ist vollkommen falsch. Diese müssten gefördert werden. Die Älteren können den Jüngeren helfen. Die Jüngeren lernen von der Erfahrung derjenigen, die die Tricks kennen. Das wäre in der Summe ein Vorteil für Mitarbeiter und Unternehmen.

Leider fehlt es der Wirtschaft an Weitsicht, denn die nächsten Quartalszahlen müssen veröffentlicht werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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