Indikatoren-Trading

Noch immer schafft es niemand, den deutschen Aktienmarkt in die Knie zu zwingen. Egal, was die anderen Börsen machen, in Deutschland grünt der DAX trotzdem. Am letzten Freitag begnügte er sich mit einem kleinen Minus, obwohl die US-Vorgaben tiefrot waren. Auch ein plötzlicher Rutsch unter die 9000-Punkte-Marke war nicht von Dauer. Erneut griffen die Käufer beherzt zu. Doch wehe, den Käufern geht mal die Kraft aus.

Wir haben einen Bullenmarkt. Aus diesem Grund sind es die Käufer, die das Zepter auf dem Parkett schwingen. Sie dominieren den  Markt. Sie kaufen und lassen die Kurse immer weiter steigen. Sieht man sich die letzen Jahre an, dann könnte man annehmen, diese Spezies kann scheinbar unentwegt kaufen. Nie ist ein Preis oder ein DAX-Stand zu hoch, als dass es nicht erneut Käufer geben würde, die Aktien erwerben wollen. In einem normalen Marktumfeld würde den Bullen für solch eine Kraftleistung große Ehre zuteil.

Wir haben am Aktienmarkt jedoch keine normalen Zeiten. Nicht die Käufer sind diejenigen, die den Anstieg befeuern, sondern es sind die Zentralbanken, die das billige Geld bereitstellen. Nun ist es so, dass Kurse nicht einfach nur deshalb steigen, weil das Geld auf der Straße (respektive bei den Finanzinstituten) liegt, sondern das Aktiengeschäft muss auch profitabel verlaufen. Bisher war das so. Ein gekauftes Wertpapier stieg sofort im Wert und bescherte Kursgewinne. Das endete dann damit, dass gefühlt jede Aktie gekauft wurde und der Markt gar nicht mehr Luft holen konnte. Es kommt in der Folge nicht mehr zu einer Korrektur, sondern zu einer Überhitzung.

In solch einem Umfeld befinden wir uns derzeit. Die Käufer scheinen unbesiegbar, sie strotzen nur so vor Kraft. Als es am letzten Freitag kurzzeitig zu einem Rutsch unter die 9000-Punkte-Marke kam, folgte sogleich ein deutlicher Nachfrageschub. Es wurde so deutlich zugegriffen, dass die Bären verdutzt zusehen mussten, wie der DAX plötzlich Flügel bekam und den plötzlichen Schwächeanfall schnell egalisierte. Derzeit scheint keine Verkaufswelle stark genug zu sein, als dass sie den Bullen Verluste bescheren könnte. Doch es gibt Hoffnung für die Bären.

Es ist so, dass jede Abwärtsbewegung, welche abgefangen wird, Kraft kostet. Die Bullen mussten sich sowohl am Freitag als auch am Donnerstag gegen die Verkaufslawine stellen und diese zurückdrängen. Das ging in der Vergangenheit oft gut, doch diesmal ist die Lage neu zu bewerten. Nachdem der DAX am Donnerstag den plötzlichen Anstieg um 150 Punkte komplett wieder hergeben musste, stehen die Chancen nun gut für die Bären, noch einmal zuschlagen zu können. Es scheint Verkaufsbereitschaft auf dem Kursniveau 9100-9200 Punkte zu herrschen. Diese Annahme wird durch verschieden Indikatoren untermalt, die ein Schwinden der Bullenkräfte bereits anzeigen.

Je weiter und öfter die Verkäufer den DAX unter dem letzten Hoch bei 9193 Punkten halten können, umso schwächer werden die Bullen. Bald geht den Käufern die Luft aus und die Bären gewinnen überhand. Es kommt zu fallenden Kursen. Sofort geht der Plan der Käufer nun nicht mehr auf, Profite zu erzielen, nein, sie werden sich von ihren Aktien trennen wollen. Zum einen, um die Buchgewinne zu realisieren und zum anderen, damit Verluste von Neupositionen nicht größer werden.

Der Monat November könnte für die Bären ein schöner Monat werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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