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An der Börse feiert man schon lange. Scheinbar hat sich wieder einmal das Bild des arbeitenden Geldes in die Köpfe der Anleger eingebrannt. Man eröffnet ein Depot und legt sein Geld in Aktien an. Dann muss man nur warten und der Depotwert steigt von selbst. So einfach stellt sich die Mehrheit der Anleger das Engagement am Aktienmarkt vor. Das ist jedoch ein Denkfehler. Wenn Geld arbeiten könnte, dann müsste sich kein Mensch mehr für Lohn und Gehalt abmühen. Geld kann jedoch gar nicht arbeiten.

Besonders in Großbritannien verließ man sich lange Zeit auf die Macht des Geldes. Im angelsächsischen Raum wurde dieses Mantra, dass „Geld Geld verdient“, immer wieder heruntergebetet und am Ende haben es alle geglaubt. Für eine bestimmt Zeit ging das auch gut. Während andere Nationen hart arbeiten mussten, um Maschinen, Autos, Oliven oder Textilien herzustellen, haben es sich die Engländer in ihrem Bürostuhl gemütlich gemacht und zugesehen, wie andere arbeiteten, während sie selbst daran verdienten.

Dabei wurde ein wichtiger Punkt übersehen. Jemand muss arbeiten, damit jemand anderes daran verdienen kann. Wenn sich also die Angelsachsen die Hände nicht schmutzig machten, musste es jemand anderen geben, der die Drecksarbeit verrichtete. Denn ein Unternehmen muss ein Gut herstellen und dazu gehört eben Arbeit. Nur wenn das Gut hergestellt ist, kann es verkauft werden (auch dafür benötigt man Arbeitskräfte) und erst dann klingelt die Kasse. Macht das Unternehmen Gewinn, profitieren in der Folge die Aktionäre, weil sie mit der Dividende daran teilhaben und wahrscheinlich auch, weil der Aktienkurs gestiegen ist.

Geld kann nicht das erfüllen, was man von ihm verlangt. Das wäre ja wie im Paradies, wenn alle Menschen auf der Hängematte liegen würden und den Tag genießen könnten. Dass das nicht geht, das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Die Engländer brauchten eine Finanzkrise, um zu verstehen, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt hatten. Über Nacht war der Finanzplatz London plötzlich nichts mehr wert. Das Land hatte sich zu sehr auf die Finanzindustrie verlassen und dabei die herstellende Industrie kläglich vernachlässigt.

Es hat lange gedauert, um zu verstehen, dass ein Scheinpreis (Aktienkurs), der heute mal so und morgen anders notiert keine Grundlage ist, um einen Staat darauf aufzubauen. Die Angelsachsen haben aus ihrem Fehler gelernt und fangen nun langsam wieder an, Industrie aufzubauen.

Blickt man auf den deutschen und den amerikanischen Aktienmarkt, wie er immer weiter steigt, so trifft man auch hierzulande Menschen, die glauben,  dass Geld für einen arbeitet. Kurzfristig ist dieser Anschein richtig, langfristig aber kann Geld diese Anforderung einfach nicht erfüllen. Das zu verstehen ist wichtig.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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